Trägerverein soll das Gartenhallenbad übernehmen

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Es gab auch skeptische Mienen, als es am Donnerstagabend um die Gründung eines Trägervereins zur Weiterführung des Badebetriebs im Gartenhallenbad ging.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ War das der entscheidende Durchbruch? Mitglieder des Fördervereins Gartenhallenbad und der Planungsgruppe, die das von der Schließung bedrohte Bad retten wollen, haben am Donnerstagabend vereinbart, die Einrichtung durch einen noch zu gründenden Trägerverein zu übernehmen.

Der eigentliche Plan zur Übernahme des Hallenbades, das die Gemeinde am 31. März unwiderruflich schließen wird, hatte so ausgesehen, dass eine gemeinnützige GmbH gegründet wird, die das Bad dann weiterführen sollte. Dieses Vorhaben lässt sich nach dem Ratsbeschluss vom Montag nicht mehr realisieren. Der Rat hatte entschieden, einen neuen Betreiber zunächst nur zwei Jahre lang mit einem Gesamtbetrag von 160 000 Euro zu unterstützen. Aus Sicht der Planungsgruppe ist das zu wenig. „Damit fehlen uns die 25 000 Euro Gründungskapital für die gGmbH“, erklärte Sabine Karisch am Donnerstag. Die Gründung eines Trägervereins ist deshalb nun der „Plan B“. Gegründet werden soll der Trägerverein am Dienstag, 16. April.

Allen Beteiligten ist bewusst, dass sich der Trägerverein mit dem Betrieb des Gartenhallenbades viel Arbeit und auch ein gewisses Risiko auflädt. „Es wird knapp, aber wir können über die Runden kommen“, formulierte Hans Wehr, der in der Runde eher zu den Optimisten gehört. Fakt ist, dass der neue Betreiber jährlich etwa 160 000 Euro aufbringen muss, um alle anfallenden Kosten zu decken. Ursprünglich waren die Kosten sogar noch höher kalkuliert worden, doch nach dem Ratsbeschluss hatte die Planungsgruppe noch einmal den Rotstift angesetzt und die Personalkosten von 67 000 auf 40 000 Euro reduziert. Dafür sollen nun mehr ehrenamtliche Helfer mit ins Rad packen. Auch wurden die eigentlich geplanten Investitionen zunächst zurückgestellt. Nur die Sauna, die der Förderverein bereits geschenkt bekommen hat, soll eingebaut werden.

„Nur mit Einzelschwimmern ist das Bad auf keinen Fall zu finanzieren“, machte Hans Wehr deutlich. Der neue Betreiber müsse deshalb verstärkt auf Kurse setzen. Doch er kann auch auf anderweitige Unterstützung setzen. So will sich nach Wehrs Worten der TuS Nachrodt-Obstfeld mit jährlich 15 000 Euro an der Finanzierung beteiligen, die Gemeinde will pro Jahr rund 50000 Euro für das Schulschwimmen bezahlen. Zudem habe es einen interessanten Kontakt zu einem Nachrodter Unternehmen gegeben, das dafür bezahlen wolle, seine Mitarbeiter zum gesundheitsfördernden Schwimmen zu schicken.

Die Gründung des Trägervereins ist zwar beschlossene Sache, doch kann sie erst in gut drei Wochen erfolgen. Der Badebetrieb im Holensiepen soll aber möglichst ohne Unterbrechung weitergehen. „Das Schlechteste wäre eine vorübergehende Schließung, weil dann viele Kurse ausfallen müssten“, sagte Hans Wehr. Das Bad soll deshalb für eine Übergangszeit von etwa einem Monat mit ehrenamtlichen Kräften des Fördervereins weitergeführt werden. „Wir müssen dann einfach so tun, als ob alles schon geregelt wäre“, strahlte Wehr ganz viel Optimismus aus. ▪ Volker Griese

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