Retter in der Luft: Nachrodt wird Drohnen-Stützpunkt für Feuerwehren im Kreis 

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Fertig zum Einsatz in der Luft: Viele Feuerwehren, wie hier bei einer Übung in Osterode, nutzen Drohnen, um einen schnellen Überblick über die Einsatzstelle zu bekommen. 

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Nachrodt-Wiblingwerder Einsätzekräfte der Feuerwehr lernen das Fliegen. Dort wird ein Drohnen-Stützpunkt für alle Feuerwehren im Kreis eingerichtet - aus einem guten Grund. 

Am  Samstag, 14. Dezember, steht ein ganztägiger Lehrgang für den Umgang mit Drohnen an. Denn: Die Feuerwehr aus der kleinsten Gemeinde wird für alle Feuerwehren des Märkischen Kreises Drohnen-Stützpunkt. 

„Das nagelneue Kreiskonzept resultiert aus den Erfahren der letzten zwei Jahre“, erklärt Kreisbrandmeister Michael Kling und erinnert an die Waldbrände und den Galvanik-Brand in Iserlohn, den 250 Feuerwehrleute im September 2018 bekämpften. 

„Es gab reichlich Einsätze, bei denen wir Informationen von oben schmerzlich vermissten oder auf Hubschrauber der Polizei zurückgreifen mussten.“ Das sei nicht nur sehr teuer, sondern müsse auch zeitlich begrenzt sein. 

Überblick über Einsatzort verschaffen

Jetzt gibt es ein kreisweites Drohnen-Konzept. Denn mit dem Einsatz von Drohnen kann die Arbeit erleichtert und verbessert werden. Bilder aus der Vogelperspektive, aber auch aus dem Inneren eines Gebäudes können einen Gesamtüberblick über eine Einsatzstelle geben. 

Dass die Drohnen für die Arbeit der Feuerwehren keine normalen Flugroboter sind, versteht sich von selbst. Sie haben zwei Kameras – eine normale, hochauflösende und eine Wärmebildkamera. „Die Aufnahmen kann man getrennt anschauen, aber auch elektronisch übereinander legen“, erklärt Michael Kling. 

4000 Euro kostet jede  Drohne

Außerdem haben die Drohnen selbstwärmende Akkus, denn sie müssen auch bei minus zehn Grad fliegen können. Angeschafft wurden zwei Drohnen, mit denen die Nachrodter Einsatzkräfte in die Luft gehen werden. Kostenpunkt: je Drohne 4000 Euro. 

Übrigens: Die Quadrocopter haben auch eine Kollisionswarnung, damit sie an den Einsatzstellen nicht vor die Wand fliegen, und auch ein System an Bord, das vor anderen Flugobjekten warnt – wenn beispielsweise Polizei- oder Rettungshubschrauber in der Nähe sind. 

Dass die Drohnen auch in ein Gebäude fliegen können, ist einer der besonderen Vorteile, denn so kann man den Brandort erkunden, ohne die Einsatzkräfte in Gefahr zu bringen. 

Nachrodt liegt taktisch gut

Dass die Feuerwehr-Kräfte aus Nachrodt-Wiblingwerde diesen Job bekommen haben, hatte übrigens mehrere Gründe. „Nachrodt-Wiblingwerde liegt geografisch und taktisch gut für den Einsatz im nördlichen Kreisgebiet. Denn man sollte ungefähr in 30 Minuten an der Einsatzstelle sein können. 

Und dadurch, dass dieses Konzept nicht mit 50 Mann besetzt sein muss, sondern man auch mit einer geringen Anzahl von Einsatzkräften auskommt, kann sich auch eine kleinere Feuerwehr gut einbringen“, erklärt der Kreisbrandmeister. Ein Pluspunkt war auch, dass gleich mehrere Nachrodter bereits einen Drohnen-Führerschein besitzen. 

Von Verboten ausgenommen

DJI-Copter Trainer werden die Einsatzkräfte am Gerätehaus Nachrodt schulen – in Theorie und Flug. Es ist eine Ausbildung speziell für Feuerwehren, die bei ihren Drohnenflügen von vielen Verboten der Luftfahrtverordnung ausgenommen sind. „Alles mit gebührender Vorsicht“, sagt Michael Kling, der auch dabei sein wird. „Ich fliege zwar auch gern, aber das ist nicht meine Kernaufgabe. Ich werde mich schön zurückhalten“, sagt der Kreisbrandmeister schmunzelnd. 

Wenn die Nachrodter „ans Fliegen gekommen sind“, wird zu einem späteren Zeitpunkt noch eine dritte Drohne für die Feuerwehren angeschafft, die dann im südlichen Kreisgebiet eingesetzt werden soll.

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