Restaurierung der Orgel kostet 40 000 Euro

Stefan Glaser

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Orgel in der St. Josef-Kirche bedarf einer umfangreichen Restaurierung. Davon berichteten am Mittwochabend die Organistin Maria Hartel sowie der Orgelsachverständige Stefan Glaser dem Pfarrgemeinderat.

Größere Probleme bereite vor allem der Spieltisch, informierte die Organistin. „Die Registerzüge sind zum Teil abgebrochen, manche Töne funktionieren nicht mehr und die Windzufuhr ist an einigen Stellen unterbrochen.“ Außerdem könnte die Orgel eine Reinigung vertragen, denn der Staub hat an empfindlichen Stellen im Laufe der Jahre eine dicke Schicht gebildet. Das hat zur Folge, dass Töne nicht mehr klingen.

„Der ganze elektronische Teil des Spieltisches muss neu gemacht werden“, sagte Stefan Glaser, bischöflicher Beauftragter für die Kirchenmusik im Bistum Essen. „Das ist es auch, was es so kostenintensiv macht.“ Hinzu komme noch, dass Tastenbeläge und -garnierungen ausgetauscht werden müssten und auch die Federn, die die Tasten nach einem Anschlagen wieder nach oben drücken, seien kaputt. „Die Registerkippschalter und diverse Kunststoffschalter im Fußbereich müssen erneuert werden“, fuhr der Orgelexperte fort. Er rät der Nachrodter Gemeinde außerdem, die Verbindung zwischen Spieltisch und Orgel auszutauschen. In einem guten Zustand seien dagegen die Pfeifen der Orgel und auch die „Windversorgung“ sei nach wie vor ausreichend. Lediglich ein paar Stockflecken hätten sich gebildet – eine Reinigung sei daher sinnvoll. Als eher provisorisch beschrieb Glaser die Pedal- und Notenpultbeleuchtung und die Orgelbank.

Aktuell liegen dem Pfarrgemeinderat zwei Angebote für die Restaurierung vor. „Von den Kosten tun sich beide nicht sehr viel“, erläuterte Glaser. Die Erneuerung des Spieltisches schlägt mit etwa 15 000 Euro zu Buche; der Kostenaufwand für die Reinigung und Renovierung des Innenraums der Orgel liegt zwischen 8000 und 9000 Euro; die neue Verbindung zwischen Spieltisch und Orgel kostet an die 5000 Euro; für das Reinigen und Stimmen der Pfeifen werden zwischen 11 500 und 12 000 Euro berechnet. Was zu diesen insgesamt rund 40 000 Euro noch hinzu kommen könnte, wäre die Reinigung der einzelnen Membranen. „Deren Zustand kann man von außen nicht beurteilen. Das sieht man erst, wenn die Orgel zerlegt ist“, weiß Glaser.

Während die Reinigung noch einige Zeit hinausgezögert werden könne, sei die Restaurierung des Spieltisches vorrangig, erläuterte der Orgelsachverständige. Von den dafür erforderlichen 15 000 Euro hat die Gemeinde derzeit 10 000 Euro auf dem Orgelbaukonto. Bevor aber endgültig ein Auftrag erteilt wird, wollen die Pfarrgemeinderatsmitglieder die beiden Kostenvoranschläge erst noch im Detail studieren. ▪ sr

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