Religion mit Abstand: Rund 50 Personen können Gottesdienst wieder besuchen

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Nachroth-Wiblingwerde - Ab dem 1. Mai will das Land Nordrhein-Westfalen wieder Gottesdienste in den Kirchen zulassen. Allerdings müssen auch hier Schutzmaßnahmen wegen des Coronavirus’ eingehalten werden. Konkrete Vorgaben hat er noch nicht, Pfarrer Uwe Krause hat aber schon Vorstellungen, wie die Schutzmaßnahmen in seinen beiden Kirchen in Dahle und Evingsen umgesetzt werden können.

„Um den Abstand von 1,50 Meter einzuhalten, könnte nur jede zweite Reihe besetzt und Sitzplätze auf den Bänken vorgegeben werden“, ist ein Vorschlag. Familien und Paare, die in einem Haushalt leben, könnten natürlich zusammen sitzen. „In Dahle haben wir auch seitlich die Möglichkeit, immer eine Bank freizulassen, sodass ein Abstand von zwei Metern gewährt ist“, erklärt der Pfarrer. 50 bis 60 Personen könnten so den Gottesdienst besuchen, je nachdem ob mehr Einzelpersonen oder Familien kommen.

Auch das Betreten und Verlassen der Kirche muss geregelt werden. „In Dahle gibt es mehrere Eingänge, da können wir festlegen, dass die Kirche nur durch den Turm betreten und durch die vorderen Eingänge verlassen wird“, sagt Pfarrer Uwe Krause. In Evingsen sei das hingegen nicht möglich. Hier müsste die Kirche von vorne nach hinten gefüllt werden und die, die hinten sitzen, die Kirche zuerst wieder verlassen.

Trotz der Erlaubnis, ab Mai wieder Gottesdienste feiern zu dürfen, merkt Pfarrer Uwe Krause an, dass eventuell nicht jede Kirche einen Gottesdienst anbieten wird oder bei der derzeitigen Wetterlage auch ein Open-Air-Gottesdienst möglich wäre. „Konkrete Informationen haben wir noch nicht. Die bekommen wir in der kommenden Woche“, sagt Pfarrer Krause.

Der Ev. Kirchenkreis Iserlohn, zu dem auch Altena gehört, hat seine Gemeinden aufgefordert, zunächst erst einmal Hygienekonzepte für die Durchführung von Gottesdiensten – die hier ab Sonntag, 3. Mai, wieder stattfinden sollen – vorzulegen.

Die Abstands- und Betretungsregeln sind dabei in erster Linie festzulegen, doch auch einige kleinere Details. „Anstatt den Kollekten-Korb wie üblich durch die Bänke zu geben oder sich damit an den Ausgang zu stellen, könnte der Korb oder eine Kiste einfach in der Kirche platziert werden“, zieht Pfarrer Krause in Erwägung. Zum Abendmahl hat er ebenfalls Vorstellungen: Die Oblate könnte mit einer langen Pinzette oder Zuckerzange in den Weinkelch getaucht und der Person ausgegeben werden. Allerdings wird nicht jeden Sonntag ein Abendmahl gefeiert. „Eher einmal im Monat oder an Feiertagen wie Ostern. Wir stehen nicht unter dem Zwang, das Abendmahl unbedingt durchführen zu müssen. Wir können erst einmal mit Gottesdienste ohne anfangen“, sagt Pfarrer Uwe Krause.

Die Katholiken

Auch die katholische Kirche bereitet sich darauf vor, wieder Messen feiern zu dürfen. „Wir müssen in schnellstarbeit ein Konzept ausarbeiten“, erklärt Pfarrer Ulrich Schmalenbach von der katholischen Kirche St. Matthäus. In einer Mitteilung des Bistum Essen hieß es gestern, dass gemeinsam mit den anderen vier Bistümern in NRW eine Handreichung für die Gemeinden erarbeitet wurde, unter welchen Bedingungen Gottesdienst ab dem 1. Mai wieder möglich sind.

So soll es eine maximale Besucherzahl für jede Kirche geben, Abstands-Markierungen an den Bänken sowie getrennte Ein- und Ausgänge oder Einbahn-Regelungen ausgewiesen werden. Zudem sollen die Priester sich vor dem Austeilen der Kommunion die Hände desinfizieren. „Gottesdienste – insbesondere Eucharistiefeiern – können nur dort gefeiert werden, wo diese Regeln eingehalten werden können“, erklärt Bischof Franz-Josef Overbeck. Er geht wegen der aufwendigen und personalintensiven Maßnahmen nicht davon aus, dass bereits am ersten Mai-Wochenende wieder in allen Pfarreien Sonntagsmessen stattfinden.

Personen, die zur Risikogruppe gehören, wie ältere Menschen mit Vorerkrankungen, bittet er auf den Gottesdienstbesuch zu verzichten. Gleiches gilt für diejenigen, die sich krank fühlen. Die Pfarreien könnten weiterhin Gottesdienste ins Internet übertragen, um gerade Menschen aus der Corona-Risikogruppe die Teilnahme zu ermöglichen.

Muslime

Erfreulich sind die Lockerungen ab dem 1. Mai auch für den Türkisch Islamischen Kultur Verein Nachrodt-Wiblingwerde. Für die Muslime hat in dieser Woche eine wichtige Zeit begonnen: der Ramadan. Am Donnerstag hätte die Gemeinde zum ersten Gebet in der Moschee zusammen kommen und gestern mit dem Fasten beginnen sollen. Zudem wird während des Ramadan jeden Tag im Koran gelesen und viele Muslime gehen dazu gerne in die Moschee, um das gemeinsam mit dem Imam zu tun. Das alles entfällt wegen des Coronavirus’, zumindest solange die Moschee bis zum 1. Mai geschlossen ist. Die Gläubigen müssen Zuhause beten und das Fastenbrechen findet nur im Kreis der Familie statt.

Welche Vorsichtsmaßnahmen genau ab dem 1. Mai eingehalten werden müssen, wisse man bisher noch nicht. Der Verein wartet dazu noch auf Informationen des Dachverbandes in Köln. Das betrifft auch das Zuckerfest am Ende des Ramadan im Mai, und die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen dieses stattfinden kann.

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