Regina Bräuer-Weustermann berichtet über Schweinezucht

Zwischen Tierwohl und Wirtschaftlichkeit: Eine Landwirtin berichtet

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Beeindruckende Geschichte: „Unser Hof wurde 1545 erstmals erwähnt“ berichtete Regina Weustermann. Seit den 1960er-Jahren ist der Hof auf Schweine spezialisiert. „Wir konnten damals nicht aussiedeln. Daher mussten meine Eltern sich etwas einfallen lassen.“

Nachrodt-Wiblingwerde – Regina Bräuer-Weustermann ist Landwirtin aus Leidenschaft und die Schweinehaltung liegt der Brenscheiderin besonders am Herzen. Wie ihr Alltag auf dem Betrieb aussieht und wie ihre Schweine leben, zeigte sie den Wiblingwerder Landfrauen am Montagnachmittag in der Schönen Aussicht.

Die Bilder aus dem Fernsehen sind präsent: Hunderte Schweine in kleinen Buchten. Sauen, die als Ferkelproduzenten eingequetscht in Ständern liegen. Hinzu schreiende Ferkel, die bei vollem Bewusstsein die Schwänze kupiert bekommen. Über den Sinn und Unsinn mancher Praktiken berichtete Bräuer-Weustermann und hatte auch etliche Fotos von ihrem Betrieb im Gepäck.

 „Schweine sind sehr empfindlich. Daher darf unter normalen Umständen kein Fremder in unseren Stall“, erklärte die Landwirtin. In Brenscheid leben derzeit etwa 100 Sauen und ein Eber. Mit Nachzucht sind es etwa 600 bis 700 Schweine. Hinzu kommen auf dem Hof noch einige Mutterkühe mit Kälbern, Bienen und Hühner.

Zwischen Tierwohl und Wirtschaftlichkeit

 „Unser Hof wurde 1545 erstmals erwähnt. Seit Ende der 1960er-Jahre ist der Hof auf Schweine spezialisiert. Wir konnten damals nicht aussiedeln. Daher mussten meine Eltern sich etwas Zukunftsfähiges einfallen lassen." Bräuer-Weustermann arbeitet heute im täglichen Spagat zwischen Tierwohl und Wirtschaftlichkeit. 

So haben die Schweine im Stall Weustermann jede Menge Luxus. Ein altes Fahrsilo wurde beispielsweise in ein Spiel-eldorado umgebaut. Die Schweine können aus dem Stall raus und dort im Stroh spielen und die frische Luft genießen. Viele Sauen, mit ihren Ferkeln leben auch in einer großen Box – aber nicht alle und das ganz bewusst. „Ich beobachte jede Sau bei der Geburt ganz genau. Es gibt – wie bei Menschen auch – welche, die ganz ruhig und umsichtig sind. Andere schmeißen sich hin und sind wilder“, erzählt Bräuer-Weustermann. Letztere bekommen ihre Ferkel auch in Brenscheid in kleineren Boxen. „Nur so können wir gewährleisten, dass die Ferkel bei der Geburt nicht zerquetscht werden“, erklärt die Landwirtin.

Bei Bio sind die Verbraucher gefragt

In Sachen Bio-Schweinefleisch seien die Verbraucher gefragt. „Wenn Schweine so gehalten werden und viel draußen sind, haben sie eine mehrere Zentimeter dicke Fettschicht. Das ist ganz normal – aber der Verbraucher will genau das nicht“, gibt Bräuer-Weustermann zu bedenken.

Was das kupieren der Schwänze betrifft, ist Bräuer-Weustermann noch unentschlossen. „Wir würden sie gerne dran lassen, wenn es funktioniert. Derzeit laufen Versuche dazu. Das Problem ist auch nicht bei uns, sondern in der Mast“, erklärte die Landwirtin. 

Wäre nur ein Schwein dabei, dass in die Schwänze beiße, komme zu Problemen. „Die hören dann nicht auf, bis es blutet“, berichtete Bräuer-Weustermann den Landfrauen. Derzeit scheine es allerdings zu funktionieren.

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