Im Rat gescheitert: SPD will Gratis-Wasser im Alleingang anbieten

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Kostenlos Trinkwasser zapfen: Darum geht's bei Refill.

Nachrodt-Wiblingwerde – Im Rat ist die SPD gescheitert. Nun will sie die Refill-Aktion für kostenloses Trinkwasser im Alleingang anbieten. Dafür braucht's aber Unterstützer.

Der Rat hatte das Anliegen abgeschmettert. CDU und UWG waren einmütig der Meinung, dass sich die Gemeinde nicht an der Refill-Aktion beteiligen sollte. Jetzt macht es die SPD im Alleingang. Es geht um kostenloses Leitungswasser. „Nach der Ablehnung im Rat haben wir beschlossen, die Aktion eigenständig zu übernehmen“, sagt SPD-Ratsherr Aykut Aggül. 

Konkret heißt das: Die Sozialdemokraten wollen sich darum kümmern, dass es Refill-Stationen in der Doppelgemeinde geben wird. Dort soll kostenlos Wasser ausgegeben werden – für alle, die eine eigene Trinkflasche mitbringen. 

Nur Aufkleber nötig

Das Motto heißt: Plastikmüll vermeiden, Leitungswasser trinken, Wasserflasche auffüllen.“ Die SPD hofft nun auf viele Mitstreiter. Denn ohne sie wird es nicht gehen. Angesprochen sind Einzelhändler, Gastronomiebetriebe und Arztpraxen beispielsweise. 

„Wir wollen Plastikmüll vermeiden, auch in Nachrodt-Wiblingwerde“, sagt Aykut Aggül. Die Einstiegshürde ist gering. Wer die Aktion unterstützen möchte, muss nur einen Refill-Sticker an die Tür kleben. 

Vorbild Hamburg

Hamburg war die erste deutsche Stadt mit Refill-Stationen, inzwischen öffnen deutschlandweit mehr als 5000 Geschäfte ihre Wasserhähne für das Projekt. Refill, also nachfüllen, heißt diese Bewegung und bedeutet: Wer etwas trinken möchte, der kann sich eine mitgebrachte leere Flasche kostenlos mit Leitungswasser auffüllen lassen. Wo überall frisches Wasser gezapft werden kann, kann man auf der Internetseite von Refill-Deutschland einsehen. Den Eintrag möchte die SPD Nachrodt-Wiblingwerde für alle Teilnehmer übernehmen. 

„Wir werden unsere Stationsvertreter in das Parteilokal einladen und die Aufkleber offiziell überreichen“, sagt Aykut Aggül – und zwar am 27. Februar ab 17.30 Uhr. Das Parteibüro ist auch die erste Refill-Station in der Gemeinde. „Es ist ein Angebot mit Hinblick auf eine umweltfreundliche Gemeinde. 

Seitenhieb auf Ratskollegen

Im zukünftigen Klimaschutzkonzept hatte auch jemand auf fehlendes Trinkwasser am Spielplatz hingewiesen. Die Bürger warten auf ein Signal. Und ein Trinkwasserbrunnen wäre doch viel teurer, als wenn es in der Nähe eine Refill-Station geben könnte“, meint Aykut Aggül und teilt in Richtung Rat aus: „Ich finde es schade, dass es vom Rat kein Signal nach außen gab. Es sollte eine gemeinsame Sache werden.“

Weitere Informationen zum Projekt sind im Internet unter der Adresse www.refill-deutschland.de erhältlich.

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