Refill-Aktion: Rat lehnt SPD-Vorstoß für Gratis-Trinkwasser ab

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Für kostenloses Trinkwasser plädierte die SPD.

Nachrodt-Wiblingwerde – Mit dem Antrag auf eine Refill-Aktion für Gratis-Trinkwasser stieß die SPD auf Unverständnis im Rat - und scheiterte. Anders sieht es beim Pflanztopf auf.

„Sollen nach Ihren Vorstellungen die Leute mit einer leeren Sprudelfalsche durch die Gemeinde latschen? Hier in Nachrodt-Wiblingwerde hat noch nie jemand betteln müssen, der einen Schluck Wasser bekommen wollte“, regte sich UWG-Ratsherr Walter Voß während der Sitzung des Rates auf und war erzürnt, dass er sich überhaupt mit „so einem Thema befassen musste“. 

Grund des Ärgers: ein SPD-Antrag, der später abgeschmettert wurde. Die Gemeinde wird sich also nicht an der Aktion „Refill“ beteiligen. Ziel des SPD-Antrages war, dass Bürger in Läden und Betrieben in Nachrodt-Wiblingwerde kostenloses Leitungswasser bekommen können, wenn sie ihre Trinkflasche zum Befüllen mitbringen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Reduzierung von Plastikmüll und einem leichteren Zugang zu Trinkwasser. „Das ist keine schlechte Sache. 

Gratis-Wasser gibt's ohne Konzept

Aber dass die Verwaltung die Arbeit übernehmen und ein Konzept erstellen soll, finde ich nicht gut. Wenn Händler daran teilnehmen möchten, können sie sich selbst bei Refill melden und einen Aufkleber besorgen. Vielleicht gibt es auch Privatleute, die daran interessiert sind“, meinte Petras Triches, Fraktionssprecherin der UWG. Bei ihr kämen auch Wanderer vorbei, die natürlich etwas zu trinken bekommen würden. „Da brauche ich aber kein Konzept“, so Petra Triches. 

Letztlich stimmten CDU und UWG gegen den Antrag, die SPD dafür. Durchgewunken – wenn auch erst nach einigen Diskussionen – wurde der „Pflanztopf-Antrag“ der Sozialdemokraten. Zur Unterstützung der Begrünung der Gemeinde, möchte die SPD den Bürgern, die mit ehrenamtlichem Engagement die Grünanlage vor dem eigenen Haus oder Grundstück selbst pflegen und somit das Wohnumfeld verschönern, die Gelegenheit geben, die Kosten ersetzt zu bekommen. Dafür soll ein sogenannter „Pflanztopf“ eingerichtet werden. 

Debatte über Pflanztopf-Vorstoß

Dabei geht es um gemeindlichen Flächen, also um Verkehrsinseln beispielsweise. „Das ist eigentlich überflüssig, weil es das schon gibt“, meinte Michael Schlieck (CDU). 

Und so startete eine Debatte, ob eben dieser Antrag „kalter Kaffee“ ist, oder durch eine Namensänderung neuen Wind erfahren kann. „Dann erneuern wir jetzt das Angebot. Mag sein, dass es in Vergessenheit geraten ist“, so Gerd Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD. Und auch Christian Pohlmann (SPD) erklärte: „Wenn es niemandem bewusst ist, dann passiert nichts. Wenn man dem Kind einen Namen gibt, dann wird es handfest und die Leute können etwas damit anfangen.“ 

Erstattung beschränkt

Damit möglichst viele Bürger von dem „Pflanztopf“ profitieren können, soll die Kostenerstattung auf 20 Euro pro Quadratmeter Grünfläche und maximal 100 Euro pro Jahr und Antragsteller begrenzt sein. Bei der Gestaltung der Grünflächen hat der Bürger freie Hand, sollte aber natürlich keine giftigen oder zu hohe Pflanzen wählen. 

Letztlich waren alle Fraktionen für den Pflanztopf, wenn auch Peter Herbel (CDU) meinte: „Vielleicht stellt jemand den Antrag, dass diejenigen, die im Winter die Vögel füttern, das Vogelfutter auch bezahlt bekommen. Langsam wird es lächerlich."

Im Planungsausschuss waren die Reaktionen verhalten ausgefallen.

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