Täter gut zu erkennen

Bankraub: Polizei veröffentlicht Fahndungsfotos

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Mit Fahndungsfotos sucht die Polizei nach dem Täter.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Mit dem Bild wird man ihn finden“, sagt Klaus-Martin Kesper, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Hohenlimburg. Das Videomaterial ist ausgezeichnet. Und: Es gibt ein Foto, auf dem sogar der Ehering des Täters zu erkennen ist, der am Freitag die Wiblingwerder Filiale der Volksbank überfallen hat. Doch im Moment ist der Mann noch wie vom Erdboden verschluckt.

Die beste Nachricht zuerst: Dem jungen Mitarbeiter der Volksbank, der nur vertretungsweise für den Zweigstellenleiter Bernd Kessner vor Ort war, geht es gut. Er hat sich sehr besonnen verhalten, wie Klaus-Martin Kesper sagt.

„Es gibt ein mehrstufiges Sicherheitssystem. Man kann über verschiedene Formen Alarm auslösen. „Er persönlich war in einem gesicherten Bereich und hätte sich auch auf den Boden werfen können. Doch das hat er nicht getan, in Sorge, dass vielleicht ein Kunde die Filiale betritt und eventuell als Geisel hätte genommen werden können“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Hohenlimburg.

Täter war nicht vermummt 

Der Täter bedrohte den jungen Volksbank-Mitarbeiter mit einer Waffe und verlangte das Bargeld aus dem Kassenbereich. Beute: ein kleiner fünfstelliger Betrag. „Er war nicht vermummt, trug nur eine Baseball-Kappe. Er hat sogar zwischenzeitlich seine Handschuhe ausgezogen“, erzählt Klaus-Martin Kesper, der nach dem Überfall direkt nach Wiblingwerde geeilt war.

Mit Fahndungsfotos sucht die Polizei nach dem Täter.

„Vielleicht“, so vermutet der Vorstandsvorsitzende, „war es eine spontane Tat, jedenfalls nicht sehr professionell. Man kann den Mann sehr gut auf den Bilder erkennen.“ Das Filmmaterial ist an die Polizei gegangen.

Das ihm ausgehändigte Geld hatte der Täter in eine Plastiktüte gesteckt und war zu Fuß in Richtung der Straße „Am Stübchenstück“ gelaufen. Eine Ringfahndung der Polizei – etwa 20 Kilometer rund um den Tatort – blieb ergebnislos.

Zeugen konnten den Täter wie folgt beschreiben: Männlich, etwa 50 Jahre alt, helle Hautfarbe, etwa 180 Zentimeter groß, korpulente Statur, graue Haare und kurzer Vollbart. Er trug eine schwarze Basecap, einen schwarzen Mantel und eine schwarze Hose sowie schwarze Sneaker und sprach akzentfrei Deutsch.

Filiale wieder geöffnet

Die Filiale in Wiblingwerde wurde gestern wieder ganz normal geöffnet. „Bernd Kessner hat auch kein ungutes Gefühl“, erzählt der Vorstandsvorsitzende von der relativen Gelassenheit.

Der junge Mitarbeiter hat Sonderurlaub und wird von einem Psychologen betreut. Ein Krisen-Interventionsteam wurde direkt am Freitag eingeschaltet. Nach einer ersten kurzen Anhörung am Freitag und einer Wohnumfeld-Befragung schaffte es der überfallene Volksbank-Mitarbeiter, sich gestern den Fragen der Polizeibeamten erneut zu stellen.

Sicherheitskonzepte werden überprüft

Es ist das erste Mal seit Jahrzehnten, dass die Volksbank Hohenlimburg überfallen wurde. „Nichtsdestotrotz überprüfen wir natürlich unsere Sicherheitskonzepte“, so Klaus-Martin Kesper. Der Vorstandsvorsitzende hat bei der Volksbank noch nie so einen Vorfall erlebt, allerdings kennt er Überfälle aus seiner Zeit bei der Commerzbank. „Da hatten wir einen Täter, der es in einer Filiale immer wieder versuchte“, so Kesper.

Mit Fahndungsfotos sucht die Polizei nach dem Täter.

Mit Sorge schaut er auch auf die „immer näher kommenden“ Überfälle auf Geldautomaten,wie am vergangenen Samstag in Hagen. Dort war ein Geldautomat einer Filiale der Deutschen Bank in die Luft gesprengt worden.

Die Polizei war den Tätern auf der Spur, doch ein Reifen des Streifenwagens platzte. Bei der Flucht wurde allerdings die Tasche mit der Beute aus dem Auto geschleudert. Ein Täter, der zu Fuß geflüchtet war, konnte festgenommen. werden.

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