Brettken ohne Bühne

„Rollentausch oder Die Wilden in der Wüste“ heißt das neue Stück vom Brettken am drögen Pütt. Noch weiß das Ensemble nicht, wo es die Komödie aufführen kann. -  Foto: Fischer-Bolz

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Sie proben. Und proben. Seit knapp zwei Monaten. „Rollentausch oder Die Wilden in der Wüste“ heißt das neue Stück vom Brettken am drögen Pütt. Nur wo die Komödie aufgeführt werden kann, steht noch in den Sternen. Verzweiflung macht sich breit.

„Wir haben es aus der Zeitung erfahren, dass wir nicht in der Rastatt spielen können“, sagen die Laienschauspieler, die gerade in der Grundschule Nachrodt mit Textheften und einem Parfüm „jonglieren“. Es ist ein Herrenparfüm, das im Stück eine zentrale Rolle spielt. Man möchte Werbung für das Duft-Teilchen machen, aber diese Werbung darf natürlich nichts kosten. Die hochkarätigen Darsteller der Werbebranche fühlen sich nicht genug gewürdigt und plötzlich finden sich zwei Personen im Körper des jeweiligen anderen. Da muss ein Blitz im Spiel gewesen sein. Das darf natürlich keiner merken, aber was ist, wenn man von Jetzt auf Gleich eine andere Weltanschauungen und gar ein anderes Geschlecht hat? Kein Wunder, dass es eine turbulente Komödie wird, die sich die Brettken-Akteure vor die Brust genommen haben.

Und jetzt das Dilemma: Seit 1976 spielt die Truppe im Saal der Rastatt. Doch dieser wird bekanntlich geschlossen. Bisher sind alle Versuche, andere Räume zu finden, gescheitert: die Lennehalle ist zu groß, die Schulaula ist belegt. Wohin? Zudem stehen die Spieltermine fest und können auch nicht mehr verlegt werden. Es ist kompliziert genug, alle Schauspieler unter einen Hut zu bekommen. Premiere soll am 29. Juni sein. Sodann wird das Stück am 30. Juni, 1., 4., 7. und 8. Juli aufgeführt. „Wir lassen die Proben natürlich nicht schleifen, aber es ist schon schwierig, wenn man nicht weiß, wo die Aufführung sein kann“, sagt Dr. Michael Podworny.

Dass niemand von der Verwaltung mit den Laienschauspielern im Vorfeld gesprochen und sie von der bevorstehenden Schließung des Saales der Rastatt unterricht hat, stimmt nach Auskunft von Bauamtsleiter Dirk Röding so nicht. „Ich habe mit Dr. Podworny während der Auftaktveranstaltung zum Gemeindentwicklungsplan darüber gesprochen. Im Anschluss gab es auch noch Email-Verkehr zu diesem Thema“, möchte Dirk Röding den Vorwurf so nicht im Raum stehen lassen. Zudem, so Röding, sei die Verwaltung natürlich gern bereit, dem Brettken zu helfen, „aber wir können nicht seine Vereinsarbeit machen und da muss sich das Brettken auch selbst bewegen.“

Fakt ist: Das Brettken hat keine Bühne. Und so hoffen die Darsteller, dass vielleicht ein Bauer seine Scheune zur Verfügung stellen kann. Oder dass es einen Bühnen-LKW gibt, den das Brettken vielleicht an der Lenneterrasse parken könnte. Wer helfen kann und möchte, kann sich bei Dr. Michael Podworny, Telefon 023 52/26 00 01 melden.

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