Rettungsversuche im Rat

Kein Abschiedsfest für die Rastatt: Gaststätte schließt am 31. Mai

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Wird es weitergehen? Kann es weitergehen? Die Rastatt schließt am 31. Mai.

Nachrodt-Wiblingwerde - Kein Abschiedsfest, kein großes Tam-Tam. Und doch werden bei der Pächterin sicher Tränen fließen, wenn sie am Donnerstag, 31. Mai, die Rastatt schließt. „Aber es geht nicht anders, ich kann nicht mehr“, sagt Anke Ahlers.

Das Auf und Ab der vergangenen Monate, fast Jahre, die Gutachten über den maroden Zustand des Gebäudes, die vielen Debatten und zum Finale die Schließung des Saales haben sie an den Rand der Erschöpfung getrieben. Eine Ära geht zu Ende. Doch eigentlich möchte niemand den Untergang der Traditionsgaststätte sang- und klanglos hinnehmen. Und mit mehr als ein bisschen Glück kann es vielleicht weitergehen. Aber wie?

Am Montag wird direkt vor Ort diskutiert – während der Sitzung des Rates ab 17 Uhr in der Rastatt. Dann gibt es gleich zwei Rettungs-Anläufe. Die CDU-Fraktion stellt den Antrag, eine technische Untersuchung der Immobilie im Hinblick auf die Sanierungsmöglichkeiten des Gebäudes zu starten.

„Das Hotel Restaurant zur Rastatt stellt ohne Zweifel eine bedeutende Versammlungs- und Begegnungsstätte für die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde dar. Mit dem Wegfall der Rastatt, dem letzten gastronomischen Betrieb im unteren Gemeindebezirk, würde ein wichtiger Bestandteil der örtlichen Infrastruktur verschwinden, der von den Menschen in unserer Gemeinde genutzt und geschätzt wird. Aus diesen Gründen stellen wir als CDU-Fraktion den Antrag mit der Intention, die Immobilie Hotel Restaurant Zur Rastatt an der Hagener Str. 4 unter der Prämisse der Erhaltung des Gebäudes sachverständig und fachmännisch zu untersuchen. Ziel soll es sein, den Weiterbetrieb des Schankraumes mit einem multifunktionell nutzbaren Saal (zum Beispiel auf gleicher Höhe, hinter dem Schankraum zur Lenne hin; zur Nutzung durch Vereine und Verbände, für Veranstaltungen und als Sitzungs- und Seminarsaal) zu ermöglichen, den Weiterbetrieb der Fremdenzimmer einzubeziehen und das optische Gesicht des Gebäudes zu erhalten“, sagt Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU.

Und: Es gibt einen Tagesordnungspunkt mit dem Titel „Zukunfts- und Potenzialeinschätzung.“ Thomas Hille von der Firma Effizienz-Beratung stellt die Möglichkeiten seines Unternehmens vor. Ziel ist ein neues gastronomisches Konzept zu entwickeln, das auf die Zielgruppen und Trends ausgerichtet ist. Es könnte eine Beratung und Unterstützung beim Raumkonzept – Gestaltung Innenraum und Terrasse – erfolgen. Außerdem würde es konkrete und praktische Unterstützung bei der Findung möglicher Betreiber geben. Diese würden auf Eignung geprüft und eventuell geschult. Weitere Unterstützung könnte durch ein schlüssiges Marketingkonzept mit einem entsprechenden Internet-Auftritt und flankierenden Online-Marketing-Maßnahmen erfolgen.

Der Blick Außenstehender auf die Gaststätte kann nach Ansicht von Bürgermeisterin Birgit Tupat mehr als ein Rettungsversuch werden. „Und wir werden auch nicht Monate auf die Ergebnisse warten“, verspricht die Bürgermeisterin. Wenn der Rat zustimmt, gibt es eine Projektanalyse, bei der aktuelle Gastrotrends mit dem bestehen Konzept abgeglichen werden. Auch eine Standanalyse ist vorgesehen. Dabei wird auch die Frage eine Rolle spielen, ob die Rastatt an Ort und Stelle sinnvoll ist, wenn gleich nebenan die neue Brücke entstehen wird oder zumindest entstehen soll.

Als Grundlage für eine abschließende Bewertung der Zukunftsfähigkeit und für ein mögliches Konzept werden Erkenntnisse der Sinus-Milieu-Studien genutzt. Bei den Sinus-Milieus handelt es sich um unterschiedliche Gesellschafts- und Zielgruppen. Sie gruppieren Menschen, die sich in ihrer Lebensauffassung und Lebensweisen ähneln.

Die Sitzung des Rates ist öffentlich. Beginn ist am kommenden Montag um 17 Uhr in der Rastatt.

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