Pächterin Anke Ahlers: „Es geht mir um das Gebäude“ / Gäste verunsichert

Rastatt: Hoffen und Bangen Was sagt der dritte Gutachter?

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Rastatt-Pächterin Anke Ahlers: „Ich habe erst einmal Angst bekommen“

Nachrodt-Wiblingwerde - Vielleicht wendet sich doch noch alles zum Guten? Nach Einschätzung eines Schimmel-Experten kann die Rastatt durchaus saniert werden. Nachdem Gutachter Holger Selve vom Ingenieurbüro IHS aus Altena schonungslos von erheblichen Bauschäden gesprochen hatte und alle Beteiligten einen Millionen-Euro-Aufwand für eine Sanierung vor ihrem geistigen Auge gesehen hatten, könnte die dritte Einschätzung von einem Gutachter aus Lüdenscheid alles entscheidend sein. „Wir warten auf das Ergebnis“, sitzt Bürgermeisterin Birgit Tupat auf heißen Kohlen. Unterdessen ist Rastatt-Pächterin Anke Ahlers natürlich voller Sorge.

„Nachdem die Schimmelproblematik bekannt wurde, habe ich erst einmal Angst bekommen“, sagt die Gastwirtin. „Muss ich von heute auf morgen raus?“, fragte sie sich. Doch nicht nur sie, sondern auch ihre Gäste waren (und sind) sehr verunsichert. „Viele, die bei mir eine Feier gebucht haben, wollten wisse, ob ich schließe.“ Andere Gäste hatten Sorge vor dem Schimmel. Dabei sind die Räume der Gaststätte und des Hotels nicht betroffen.

Bedenkenlos

Auch im Saal kann bedenklos gefeiert werden. Erkannt wurde das ganze Dilemma, das sich hauptsächlich im Raum neben der Bühne und in dem am Notausgang befindet, als Schimmel im Keller gefunden wurde. „Daraufhin wurde das ganze Haus untersucht“, erzählt Bauamtsleiter Dirk Röding. Der Keller ist mittlerweile entkernt. Eine chemische Behandlung allerorts hatte Holger Selve allerdings in Frage gestellt, weil man dem Schimmel-Problem nicht überall auf den Pelz rücken könne.

Die Einschätzung eines dritten Gutachters über Sanierungsmöglichkeiten der Rastatt wird dringend erwartet

Der einzige Weg sei von außen. Und die Dacheindeckung habe auch längst ihr Alter erreicht. Ein Schimmelexperte schätzt die Lage ganz anders ein, glaubt, die Rastatt sanieren zu können. Es fehlt die dritte unabhängige Meinung. Und nun? Bangen und Hoffen bei Anke Ahlers, die mehr oder weniger in der Rastatt aufgewachsen ist. Ihre Mutter hat die Gaststätte 27 Jahre lang geführt. „Es geht mir um dieses Gebäude“, sagt die Pächterin, die 2009 die Rastatt übernahm. Ihr Pachtvertrag läuft bis zum Oktober 2019. „Ich bin froh, dass ich gesund bin und die Hirntumor-Erkrankung gut überstanden habe. Ich bete immer, dass jede Nachuntersuchung ohne Befund ist“, erzählt die 50-Jährige und hofft, dass auch ihre berufliche Existenz nicht gefährdet ist. Stammtische, Familienfeiern, Beerdigungen, Sitzungen: Zu all dem treffen sich die Nachrodt-Wiblingwerder in der Traditionsgaststätte. Viele Vereine sind dort „zu Hause“.

Einwohnerversammlung

Ob es noch eine Einwohnerversammlung zum Thema Rastatt geben wird, wie es die UWG während einer Ratssitzung angeregt hatte, steht noch nicht fest. „Dann fällt es uns vielleicht auch leichter, eine Entscheidung zu treffen, die von der Bevölkerung akzeptiert wird“, hatte Sonja Hammerschmidt argumentiert. Denn schließlich standen nach der Einschätzung von Holger Selve 750 000 Euro Sanierungskosten im Raum. Und so ist die alles entscheidende Frage: Was sagt der dritte Gutachter?

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