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Radweg-Bau „nicht bescheuert“

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Von: Susanne Fischer-Bolz

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Dort, wo die Felssprengungen stattfanden, soll jetzt auf der Lenneseite ein Radweg gebaut werden.
Dort, wo die Felssprengungen stattfanden, soll jetzt auf der Lenneseite ein Radweg gebaut werden. © sanna

„Es wird uns ja gern Dilettantismus vor die Füße geworfen, aber tatsächlich ist es durchdacht und alles sehr gut überlegt, wie man es zeitlich am besten über die Bühne bringen kann“, sagt Andreas Berg, Pressesprecher von Straßen.NRW zum geplanten Bau des Radweges in Nachrodt, der gerade für erheblichen Unmut in der Gemeinde sorgt. Die geplagten Verkehrsteilnehmer befürchten dagegen ein erneutes Stau-Chaos.

Nachrodt-Wiblingwerde – Zwischen katholischer Kirche und ehemals Böhland, also genau dort, wo im vergangenen Jahr die Felssprengungen stattfanden, soll an der Lenneseite ein 540 Meter langer, 3 bis 3,25 Meter breiter Radweg gebaut werden. Obwohl der Bereich sehr eng ist, verspricht Andreas Berg: „Es wird nur geringfügig in die Böschung der Lenne eingegriffen.“

Schonfrist für die geplagten Verkehrsteilnehmer

Allerdings müssen im Vorfeld Baumfällarbeiten stattfinden, die erst für Ende 2023 angesetzt sind. „Wenn wir anfangen, müssen wir erst das Baufeld freimachen. Das können wir frühestens in der nächsten Fällperiode 23/24 machen, Ende dieses Jahres, Anfang nächsten Jahres. Dieses Frühjahr noch nicht, weil die Arbeiten noch nicht ausgeschrieben sind“, so Andreas Berg. Schonfrist für die geplagten Verkehrsteilnehmer sozusagen. Wenn das Baufeld freigeräumt ist, kann der Radweg im Vorfeld der Planfeststellung der neuen Lennebrücke herausgelöst gebaut werden. Der Radweg wird also aus dem Baurechtsverfahren der Lennebrücke herausgenommen und kann ohne Planfeststellung gebaut werden.

Radweg Teil der neuen Lennebrücke

Dass offenbar kaum jemand den Bau des Radwegs in Nachrodt-Wiblingwerde aufgrund der Verkehrssituation befürwortet, hat Straßen.NRW durchaus zur Kenntnis genommen und versteht die Aufregung nicht. „Wir müssen ja irgendwann mal die Lenneroute fertig haben“, sagt Andreas Berg. Der Radweg sei praktisch ein Teil der neuen Lennebrücke und der Bau sei übrigens „überhaupt nicht bescheuert“. Im Rahmen der Felssprengungen und der Vollsperrung hätte man ihn auf keinen Fall mitmachen können, „weil wir genau in dem Bereich, in dem die Sprengungen waren, hätten bauen müssen. Sie haben selber gesehen, wie weit der Fels geflogen ist. Man kann nicht zwei Baustellen an einer Stelle haben“, so Andreas Berg. Auch mache es keinen Sinn, den Radwegebau erst dann anzugehen, wenn die neue Lennebrücke gebaut wird. „Eine Einschränkung haben wir so oder so. Wann wir die machen, ist eigentlich egal.“

„Wir wissen es noch nicht genau“

Übrigens: Noch nicht endgültig entschieden ist, ob der Radwegebau unter Vollsperrung stattfindet oder ob eine halbseitige Sperrung ausreicht. Eine Vollsperrung würde bei „arbeitsschutzrechtlichen oder bautechnischen Zwängen“ anstehen. Da gebe es auch keine Abwägungsmöglichkeiten. „Wir wissen es also noch nicht genau“, sagt Andreas Berg. Im besten Fall gibt es eine halbseitige Verkehrsführung. Zu dem Wunsch der Bürgermeisterin, der Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD und UWG, als auch von Thorsten Schick, CDU-Fraktionschef im Landtag, dass Vertreter von Straßen.NRW nach Nachrodt kommen, um das Bauvorhaben zu erklären, und dass auch die Befürchtungen der Bevölkerung aufgenommen werden, sagt Andreas Berg: „Ich kann mir vorstellen, dass unsere Niederlassung nicht Nein dazu sagt.“

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