Qbus, knappe Kassen und Co.: Das sind die Themen des Jahres in Nachrodt

Nachrodt-Wiblingwerde – Rastatt, sanierungsbedürftige Immobilien und wenig Geld: Das Jahr 2020 wird spannend. Das Wichtigste im Überblick.

„Wenn der Bürgermeister seine Pflicht tut, werden kaum vier da sein, die ihn mögen“, soll Martin Luther einmal gesagt haben. Everybody’s Darling kann man nicht sein, vor allen in Zeiten knapper Kassen nicht. Dennoch strahlt Bürgermeisterin Birgit Tupat große Zuversicht aus. 

„Neues Jahr, neues Glück“ oder „neues Jahr, alte Leier“: Welcher Ausspruch würde Ihnen für Nachrodt-Wiblingwerde besser gefallen? 

Birgit Tupat: Ich denke, dass der erste Spruch genau auf Nachrodt-

Wiblingwerde zutrifft, denn gerade im Hinblick auf die gemeindlichen Immobilien sollten im Jahr 2020 positive Entscheidungen getroffen werden. 

Im Brandschutzbedarfsplan steht es Schwarz auf Weiß: Die Gerätehäuser der Feuerwehr müssen dringend saniert, im besten Fall neu gebaut werden. Ist das auch Ihre Herzensangelegenheit? 

Tupat: Die Gemeinde muss eine leistungsfähige Feuerwehr unterhalten. Dies ist schon im Hinblick auf die Sicherheit unserer Bürger eine wichtige Aufgabe. Es muss alles daran gesetzt werden, dem nachzukommen. 

Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Ich bin dankbar, dass es so viele freiwillige Feuerwehrfrauen und -männer gibt, die sich für das Wohl der Gemeinde einsetzen. Dafür braucht es die Ertüchtigung der Gerätehäuser. 

An vielen Gebäuden hängt das Herz. Sie arbeiten in einem der schönsten Gebäude, das sogar vielleicht Chancen hat, das schönste Amtshaus von NRW zu werden. Wie sehen Sie denn die Konkurrenz?

Tupat: Da für mich das Amtshaus das schönste Verwaltungsgebäude ist, wird es das auch bleiben, wenn wir nicht den ersten Platz belegen. Aktuell wird ein Plan ausgearbeitet, wie das Amtshaus saniert werden könnte.

Wie sieht der Stand der Dinge aus? Wann kann man mit konkreten Vorschlägen und Ergebnissen rechnen? Was wäre Ihre Lieblingslösung? 

Tupat: Zurzeit werden die Pläne besprochen. Wir hoffen, die Ergebnisse zeitnah vorstellen zu können. Da auch das LWL als Denkmalbehörde hinzuzuziehen ist, werden auch dort Gespräche geführt. 

Meine Lieblingslösung ist die Sanierung des bestehenden Gebäudes mit Erhaltung der Vorderfront. Das neue Qbus-Projekt hat auch etwas mit Immobilien zu tun – nämlich mit der Tatsache, dass die Rastatt nicht zu retten ist. 

Sind Sie persönlich auch Feuer und Flamme für das neue Gastro-Konzept? Und wie ist der Stand der Dinge? Gibt es Investoren, die sich daran beteiligen wollen? 

Tupat: Ich bin begeistert von dem Projekt. Auch das ist mir eine Herzensangelegenheit, dass es in Nachrodt wieder eine Gaststätte und damit einen Treffpunkt gibt. 

Wie wichtig dieser Ort ist, zeigen uns unsere Bürger jeden Mittwoch, wenn der Kulturschock dort die Bewirtung übernimmt. Wir werden in diesem Monat erste Gespräche führen. Auch eine Bürgerinfoveranstaltung ist geplant. 

Ein Dauerbrenner-Thema ist die Windkraft. Es gibt zwei wichtige Fragen: Was ist der aktuelle Stand der Dinge? Und glauben Sie, dass die Windräder gebaut werden? 

Tupat: Da der Märkische Kreis Herr des Verfahrens ist, sind die dortigen Entscheidungen abzuwarten. Bei der Diskussion über erneuerbare Energien ist es wirklich schwierig, eine Aussage zu treffen. Ich weiß es einfach nicht. 

Für die Bürger dürfte die Verkehrssituation ein besonders wichtiges Thema sein. Wann wird die neue Lennebrücke gebaut? Wann wird die L 692 fertig? Man hat den Eindruck, Straßen.NRW macht einen großen Bogen um Nachrodt-Wiblingwerde, oder?

Tupat:  Ich denke nicht, dass der Landesbetrieb einen großen Bogen um Nachrodt-Wiblingwerde macht. Die Unterlagen für die Brücke und das notwendige Planfeststellungsverfahren werden vorbereitet und, so hoffe ich, im ersten Quartal 2020 eingereicht. 

Für die neue Brücke über die Lenne werden bald Unterlagen eingereicht.

Auch in Bezug auf die L 692 finden nach meinem Kenntnisstand Gespräche mit den Eigentümern statt. Die Kommunalwahl steht in diesem Jahr an. 

Sie können sich getrost zurücklehnen, denn die Bürgermeisterwahl gab es erst vor knapp zwei Jahren. Glauben Sie, dass sich die Zusammensetzung des Rates sehr verändern wird?

Tupat: Ich wünsche den Parteien vor Ort einen sachlichen und fairen Wahlkampf. Wie mögliche Veränderungen im Rat aussehen könnten, werden wir sehen, wenn die Parteien ihre Wahllisten veröffentlichen. Bürgermeisterin ist man von morgens bis abends. 

Das haben Sie auch im vergangenen Jahr gesundheitlich zu spüren bekommen. Dennoch hoffen die einzelnen Gruppen, dass die Bürgermeisterin vorbei kommt. Wie kann man den Spagat schaffen? 

Tupat: Die Bürgermeisterin wird auch weiterhin für alle ansprechbar sein und vorbei kommen, wenn ihr Terminkalender dies zulässt. Aber auch meine beiden Stellvertreter haben mir eine erhöhte Unterstützung zugesagt, die ich bei einigen Terminen gerne in Anspruch nehme. 

Neue Wege braucht das Land, heißt es so schön. Und es gibt immer mal wieder neue Ideen für Bürgernähe. Sie machen Sprechstunden bei Edeka. Gibt es bald welche per Whatsapp? 

Tupat: Leider gibt es viele gute Ideen, die jedoch erst datenschutzrechtlich abgeklopft werden müssen. Hier stellen sich Menschen außerhalb der Verwaltung die Lösungen immer sehr einfach vor, was sie aber leider nicht sind. 

Apropos neu: Neu war auch der Wunschbaum im Amtshaus. Aber gut angenommen wurde er nicht. Was lernt man daraus? Wollen Sie ihn trotzdem wieder aufstellen ?  

Tupat: Aller Anfang ist schwer. Wir lassen uns von der geringen Resonanz aber nicht abschrecken, es wird ihn auch in diesem Jahr geben. Vielleicht kann man überlegen, ob nicht nur Wünsche von Kindern, sondern auch von Senioren in Pflegeheimen am Baum aufgehängt werden können. 

Etwas, das einige Bürger offensichtlich ziemlich aufgeregt hat, war der fehlende Kranz am Ehrenmal in Veserde. Wie sehr belastet Sie solch eine Diskussion in der Gemeinde? 

Tupat: Natürlich sind solche Diskussionen nicht schön, insbesondere, wenn man bedenkt, dass sich die Beteiligten getroffen und verständigt haben, wie diese Feiern zukünftig stattfinden sollen. Dann kam es leider zu einem Missverständnis bei der Kranzbestellung

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