Schon vor dem Bau

Qbus: Aus für besonderes Gastro-Konzept im MK

So könnte Qbus  in Nachrodt aussehen.
+
So sollte Qbus aussehen. Nun wird es nichts mit dieser Gatsro im MK,

Es sollte ein besonderes Gastro-Konzept mit Strahlkraft für den MK werden: Nun ist Qbus schon vor dem Bau gescheitert - an Unstimmigkeiten. Doch es gibt Hoffnung für eine Alternative.

Nachrodt-Wiblingwerde – Es ist ein Paukenschlag und einer, der ein großes Projekt zum Wanken, aber wahrscheinlich nicht zum Fallen bringt: Christian Waleczek möchte nicht mehr Betreiber des Gastro-Projektes Qbus an der Lenne werden. Er hat das Handtuch geworfen.

Per E-Mail hat er seinen Rückzug bei Bürgermeisterin Birgit Tupat kundgetan, die ihrerseits aus allen Wolken gefallen ist. „Eine Mail, nicht mal ein Anruf. Man hätte auch mal vorbeikommen und ein Gespräch suchen können“, findet Birgit Tupat die Art und Weise, wie Christian Waleczek sich zurückgezogen hat, mehr als schade. Doch die große Gastronomie-Idee soll nicht aufgrund eines Einzelnen scheitern.

Ideengeber ist stinksauer

Fakt ist: Christian Waleczek ist stinksauer. Das Fass zum Überlaufen hat augenscheinlich die in diesem Jahr nicht stattfindende Bewirtung an der Lenneterrasse gegeben, für die er sich auch eingesetzt hatte. „Lieber Nein sagen als Arbeit in Kauf nehmen“, erklärt Christian Waleczek mit Blick auf die seiner Meinung nach fehlende Unterstützung der Gemeindeverwaltung.

Christian Waleczek wollte Qbus betreiben und dafür alle Möbel aus der Rastatt nutzen.

Das gelte auch für Qbus. Er habe so viel Energie in das Projekt gesteckt. Lange sei auch alles gut gewesen, aber dann seien keine Informationen mehr geflossen. „Andere Kommunen würden mit mehr Druck arbeiten“, sagt Christian Waleczek. Jeden Tag würden die Bürger am Boxenstopp fragen, wann denn endlich an der Lenne gebaut würde. „Wir können nicht immer nur warten“, findet Christian Waleczek.

Geld nicht so schnell zu bekommen

Diese Vorwürfe kann Bürgermeisterin Birgit Tupat nicht nachvollziehen. „Wir haben hier alles für das Projekt gegeben und tun das immer noch. Als wir wegen der Bürgerinitiative die Rückmeldung von der Bezirksregierung bekommen haben, dass wir nachbessern müssen, war sein Kommentar dazu, dass man Fachanwälte engagieren müsste. Aber die wollen auch bezahlt werden und ich weiß nicht wovon“, so Birgit Tupat und ergänzt: „Ich wünsche mir auch, dass es schneller geht, aber ich habe keine 550 000 Euro, um Qbus mal eben an die Lenne zu stellen. Vieles ist ein bürokratischer Akt, der Zeit braucht.“ Enttäuschung auf allen Seiten.

Wie Christian Waleczek erzählt, hat sich niemand nach seiner Mail gemeldet. Der Hauptgrund für sein „Lebewohl“ ist, dass er in der Coronaphase seinen beruflichen Weg überdacht hat. „Wo sehen wir uns? Wie entwickeln wir uns beruflich weiter? Qbus steht in den Sternen“, so Waleczek, der eine Weiterentwicklung eher beim Boxenstopp sieht.

Große Enttäuschung auf allen Seiten

Qbus ist jetzt nicht mausetot. Höchstens der Name und das Konzept. Das versichern Birgit Tupat und die Mitglieder des Arbeitskreises Rastatt, die sich nach dem Rückzug von Christian Waleczek als Betreiber der Gastronomie zur Sitzung in der Grundschule Nachrodt trafen. Gerd Schröder, Fraktionsvorsitzender der SPD, war – wie alle anderen Beteiligten – vom Qbus-Konzept überzeugt.

„Wir hatten uns darauf eingestellt, dass das klappt. Jetzt hat es sich erledigt und wir müssen schauen, welche Optionen wir haben. Die Situation ist wieder offen.“ Für ihn war immer klar, dass man einen langen Atem in der Angelegenheit braucht. Dass eine Brauerei einen Investor für eine Gastronomie an der Lenne sucht, ist aktuell eine Möglichkeit, auf die der Arbeitskreis setzt. Offensichtlich hat es bereits Gespräche gegeben.

Entwickler würde Qbus-Konzept verkaufen

„Qbus“ als Konzept von Christian Waleczek dürfte Geschichte sein. Er wäre aber bereit, sein Konzept abzutreten, sprich zu verkaufen. Der Boxenstopp-Chef findet es traurig, dass er nicht zur Arbeitskreis-Sitzung eingeladen wurde. „Wenn ich doch weiß, dass ein Beteiligter viel Herzblut in die Sache gesteckt hat, dann hätte ich den doch eingeladen und vielleicht hätte man die Angelegenheit noch mal besprechen können. Aber nichts davon ist passiert“, sagt Christian Waleczek.

Was könnte es statt Qbus geben? „Man könnte es auch Rombus oder Sonnenbar oder wie auch immer nennen“, findet Klaus-Dieter Jacobsen. „Wir wollen alle, dass etwas an der Lenne passiert. Die Nachrodter warten darauf“, so der Vorsitzende der CDU, der nicht sehr enttäuscht vom Rückzug von Christian Waleczek ist, weil er den Prozess eher abwartend als euphorisch von Beginn an begleitet hat.

Große Unterstützung aus der Bevölkerung

„In zwei Jahren muss da was stehen“, sagt Klaus-Dieter Jacobsen. Und auch Sonja Hammerschmidt, Vorsitzende der UWG, wünscht sich das sehr. Sie versteht den Abschied von Christian Waleczek nicht. „Damit habe ich nicht gerechnet, es lief doch ganz gut. Die Akzeptanz in der Bevölkerung für das Vorhaben an der Lenne war groß, unzählige Leute waren bereit, in die Bürgerstiftung zu investieren. Jetzt muss man schauen, welche Wege man gehen kann. Alle sind sich einig, dass auf dem Gelände der Rastatt etwas entstehen muss. Und wenn wir einen Investor finden, brauchen wir keine Stiftung.“

So sieht es auch Birgit Tupat, die den Stiftungsgedanken aber nicht direkt aufgeben wird. Auch ein Regionale-Projekt ist noch möglich. Zudem hat eine Brauerei Interesse signalisiert. „Sollte es nicht zu einer Stiftung kommen, weil es andere Möglichkeiten gibt oder die Hürden zu hoch sind, dann gibt es ein Dankeschreiben an die Bürger, die bereit waren, die Stiftung zu unterstützen. Geld ist ja noch nicht geflossen“, so Birgit Tupat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare