Ute Prüßner bringt Kindern die Manieren bei

Von Ute Prüßner erfuhren die neun Jungen und Mädchen, wie sich nicht nur bei Tisch zu verhalten haben, wenn sie die Regeln von Adolph Knigge beachten wollen. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Leicht eingeschüchtert sitzen neun Mädchen und Jungen um die große, festlich gedeckte Tafel herum. Ihre Anspannung ist groß, denn sie wollen – oder sollen – lernen, wie man sich bei Tisch gut benimmt.

Restaurantfachfrau Ute Prüßner führte die jungen Damen und Herren am Dienstag im Rahmen eines VHS-Kurses im Evangelischen Familienzentrum Fibs in die wichtigsten Benimmregeln nach Adolph Freiherr Knigge ein. Die vielen Tischsitten schon nach einmaligem Hören zu behalten, war gar nicht so einfach, wie die junge Gesellschaft feststellen musste. Konzentriert hörten die Kinder den Anleitungen zu, die sich von der Begrüßung über korrektes Tischeindecken und Dinieren bis hin zur Verabschiedung des Gastgebers erstreckten.

„Ihr solltet Euch immer höflich dem anderen gegenüber verhalten. Man bekommt Sympathie entgegengebracht, wenn man freundlich ist“, verriet Ute Prüßner. „Und gutes Auftreten kann auch in der Schule oder im Praktikum hilfreich sein“, zeigte sie auch praktischen Nutzwert auf, ehe sie ihre Schützlinge eine höfliche Begrüßung mit praktischen Übungen trainieren ließ. „Schaut Euch in die Augen“, ermahnte sie dabei immer wieder. Die Worte „bitte“ und „danke“ sollten nicht nur bei der Bestellung in einem Restaurant Bestandteil des eigenen Wortschatzes sein, erinnerte Ute Prüßner. „Nutzt sie auch in Eurem Alltag!“

Stichwort „Handy“: „In einem Restaurant ist es entweder ausgeschaltet, oder auf stumm gestellt. Alles andere ist tabu und sollte es auch bei Euch Zuhause sein. Wenn Ihr mit Euren Eltern gemeinsam am Tisch sitzt, solltet Ihr Euch auf das Essen konzentrieren und Euch miteinander unterhalten.“

Link-Tipp:

Hier finden Sie eine Anleitung für einen festlich gedeckten Tisch.

Und wie sieht ein nach dem Regelwerk eingedeckter Tisch aus? Auch darauf hatte Ute Prüßner eine Antwort. Der Teller wird etwa einen Daumen breit von der Tischkante weg positioniert. Gabel links, Messer rechts, ebenso der Löffel. Für das Salatbesteck gelten die dieselben Regeln. Dessertlöffel und -gabel liegen über dem Teller. „Der Löffel mit dem Stil nach rechts, bei der Gabel umgekehrt“, erklärte Ute Prüßner. Die Serviette zeigt zum Gast, die Gläser stehen rechts über dem Besteck, die Speisekarte liegt entweder auf dem Teller oder links daneben. Beim ihrem ersten Eindeck-Versuch hatten die Kinder eine Menge zu beachten – schlugen sich aber bis auf Kleinigkeiten mit Bravour. „Die scharfe Seite des Messers zeigt immer zum Teller hin“, fand Ute Prüßner doch noch einen kleinen „Fehler“.

Und es gibt noch einige „Fettnäpfchen“ mehr, in die Ungeübte tappen können. Die feinen Tischsitten waren weitere Punkte, die die Gruppe bei einem gemeinsamen Essen erfuhren. Gläser werden nach Knigge am Stil angefasst und das früher übliche „Anstoßen“ ist mittlerweile aus der Mode. „Man prostet sich nur noch zu und nippt erst dann, wenn auch der Gastgeber aus seinem Glas trinkt.“ Generell gilt bei Tisch: „So wenig Geräusche wie möglich.“ ▪ sr

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