"No farmers, no future"

Protest der Landwirte: Flashmob an der A45

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Deutlicher Protest: Die Landwirte standen an der  Ausfahrt der A45.

Lüdenscheid/Nachrodt-Wiblingwerde – "No farmers, no future": Heimische Landwirte haben an der A45 gegen das Agrarpaket protestiert - und bekamen viel Unterstützung.

Tausende Bauern demonstrierten in den Niederlanden und legten den Grenzverkehr zwischenzeitlich nahezu lahm. Die heimischen Bauern zeigten sich solidarisch und organisierten am Mittwochabend kurzerhand einen Flashmob.

Von 16.30 bis 17 Uhr positionierten sich die Landwirte an der Autobahnausfahrt Lüdenscheid-Nord. „Wir wollen unseren Nachbarn zeigen, dass wir bei ihnen sind – sie kämpfen nämlich aktuell um die gleichen Dinge wie wir“, sagte die Brenscheiderin Regina Bräuer-Weustermann, die die spontane Aktion organisiert hatte. 

Nicht nur an der A45, sondern deutschlandweit gab es ähnliche Aktionen. Per WhatsApp waren die Landwirte über den Tag hinweg informiert worden, viele schlossen sich der Aktion spontan an. 

„Es ist uns wichtig, dass wir hier nicht den Verkehr lahm legen. Wir positionieren uns einfach gut sichtbar für eine halbe Stunde auf der Brücke, der Verkehr wird nicht behindert“, betonte Weustermann. 

"No farmers, no food, no future"

An ihrem Trecker hing ein großes Schild „No ffarmers, no food, no future“. Und genau um diese Zukunft gehe es ihr bei den Protesten auch. „Wir wollen alle hier unsere Höfe an die nächste Generation weiter geben, aber sie müssen dafür zukunftsfähig bleiben“, betonte Bräuer-Weustermann. 

Die neuen Auflagen aus dem Agrarpakt der Bundesregierung seien viel zu hoch und mit den aktuellen Preisen für Lebensmittel nicht vereinbar. „Wir wollen mehr Tierwohl. Jeder hier. Aber die Verbraucher zahlen nicht dafür und so sind wir in einem täglichen Spagat zwischen Auflagen und Wirtschaftlichkeit“, erklärte die Brenscheiderin. 

Seit Jahren schon ist das für die Schweinebäuerin ein Problem. Sie tue alles, damit es ihren Tieren gut geht. Inzwischen gibt es beispielsweise einen Auslauf unter freiem Himmel. Doch all das kostet Geld und bedeutet viel Bürokratie. 

Fahrer hupen und winken

„Die neue Düngeverordnung trifft uns ebenfalls. Demnach dürften wir etliche unserer Flächen nicht mehr düngen, weil sie zum Beispiel zu viel Gefälle haben. Aber wo kommt die Nahrung für Mensch und Tier dann noch her?“, fragt Bräuer-Weustermann. 

Wenn der Boden nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird, wachse langfristig einfach nicht genug. Die Bauern bekamen viel positives Feedback in Form von Hupen und Winken. Nach einer halben Stunde wurde die Aktion wie geplant aufgelöst.

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