Sekundarschüler arbeiten an ihren Stärken

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Konzentriert und engagiert arbeiten die diese Sekundarschüler an ihren kleinen Katapulten. Eine ganz pfiffige kleine Tüftler benötigen dafür nicht einmal eine Bauanleitung.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Seit Donnerstag arbeiten die Fünftklässler der Sekundarschule intensiv an ihren Stärken. Noch bis Samstag geht es für sie nicht darum, das zu üben, was sie nicht können. Vielmehr suchen sie die Herausforderung darin, das eigene Talent noch weiter zu fördern.

„Unsere ganze Schulbildung ist defizitorientiert“, beklagt Schulleiterin Anne Rohde. „Wir üben viel an den Schwachpunkten, aber die Förderung der eigentlichen Stärken fällt oft hinten 'runter“, erklärt sie. Deshalb hat die Sekundarschule die letzten drei Schultage dieser Woche zu Projekttagen für die Stärkenförderung erklärt. Anne Rohde erläutert, worauf es dabei ankommt: „Wir lassen Kinder das ausüben, was sie besonders gut können. Das schafft Erfolgserlebnisse, stärkt ihre Persönlichkeit und treibt sie dazu an, sich neue Ziele zu setzen.“ Was in der Motivationspsychologie schon lange bekannt ist, wird in diesen Tagen also auch an der Sekundarschule praktiziert, dass nämlich ein Besinnen auf die eigenen Stärken zu einer positiven Erfolgsmotivation führt.

Vor Beginn der Projekttage haben die Lehrer die Schüler nach ihren Stärken beziehungsweise Interessen befragt. „Den einen oder anderen mussten wir sanft in die richtige Richtung schubsen, aber im wesentlichen haben sich die Schüler schon richtig eingeschätzt“, ist Anne Rohde erstaunt, wie sehr die Fünftklässler seit Donnerstag in ihren selbst gestellten Aufgaben aufgehen. Da sind zum Beispiel die Jungen, die mit viel Akribie und Geschick an kleinen Katapulten arbeiten und damit physikalischen Gesetzmäßigkeiten von Energie und Beschleunigung nachspüren. Lena Grewe und Katerina Tamali, die dieses Projekt begleiten, haben festgestellt, dass einige Schüler die Aufgabe nicht nur ohne die bereitgestellte Bauanleitung lösen können, sondern selbst bereits an einer Optimierung der Wurfmaschinen arbeiten.

In der Lennehalle feilen derweil kleine Artisten an ihren Fähigkeiten. Sie jonglieren und balancieren, laufen über Scherben oder auf rollenden Trommeln. Angeleitet werden sie von Jennifer Cormann und Rouven Kirsch, und auch hier beweisen einige Schüler erstaunliches Talent. Eine weitere Gruppe widmet sich Pferden und dem Reiten, wiederum andere Schüler tanzen oder studieren ein kleines Theaterstück ein. Eine weitere Gruppe legt auf dem Außengelände der Schule im Holensiepen Insektenwohnungen an, während sich weitere Schüler der textilen Kunst oder der Musik widmen. Eine Schülergruppe schaut allen anderen über die Schulter und auf die Finger, denn sie dreht von den Projekttagen einen Film, so dass sich anschließend alle ein Bild davon machen können, welche Stärken die Sekundarschüler haben.

Live können sich davon morgen Früh Eltern, Großeltern und Geschwister der Sekundarschüler überzeugen, denn mit einer großen Präsentation in der Lennehalle enden die Projekttage. Zwischen 10 und 12 Uhr werden die Schüler zeigen, was sie auf dem Kasten haben und welche Stärken sie in den vergangenen Tagen weiterentwickelt haben. Und weil präsentieren wie zuschauen gleichermaßen hungrig machen kann, kommt eine zehnte Projektgruppe ins Spiel, die Mitwirkende wie Besucher mit internationalen Speisen bewirten wird. ▪ Volker Griese

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