Kommunalpolitiker und Jugendliche an einem Tisch

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Matthias Sauerland vom Fachdienst Jugendförderung und Kinderbetreuung des Märkischen Kreises erläuterte im Sozialausschuss das LWL-Projekt „Partizipation und Demokratie fördern“.

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Aus dem Programm „Partizipation und Demokratie fördern“ sollen 2500 Euro Fördergeld nach Nachrodt-Wiblingwerde fließen. Diese Mitteilung machte Matthias Sauerland vom Märkischen Kreis jetzt im Sozialausschuss der Gemeinde.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) fördert bereits seit zwölf Jahren Projekte, in denen beispielsweise Jugendzentren, aber auch Kommunalpolitiker gemeinsam und kooperativ in einen konstruktiven Dialog über ein demokratisches Miteinander in den Kommunen und die Partizipation von Kindern und Jugendlichen eintreten. Genau das ist nach Worten von Matthias Sauerland vom Fachdienst Jugendförderung und Kinderbetreuung des Märkischen Kreises jetzt für Nachrodt-Wiblingwerde geplant. Mit dem Projekt soll versucht werden, junge Leute im Alter zwischen 16 und 20 Jahren für Politik und Wahlen zu begeistern, indem man sie zum Beispiel mit Kommunalpolitikern an einen Tisch bringt. „Wir wollen Kommunalpolitik für Anfänger machen“, beschrieb Sauerland plakativ, wie ein solches Gespräch zwischen Jugendlichen und Ratsvertretern aussehen könnte. Dabei solle auch aufgezeigt werden, „was das für Menschen sind, die im Rat politische Interessen vertreten“, erläuterte Sauerland.

Erste Schritte auf dem Weg zu dem Ziel, junge Menschen für politische Abläufe und Entscheidungsprozesse in der Gemeinde zu interessieren, sind bereits gemacht worden. Die Zukunftswerkstatt, in der Jugendliche ihre Wünsche äußern und Anregungen gegeben konnten, sei bereits ein Schritt in diese Richtung gewesen, nannte Sauerland ein Beispiel. Auch das Wahlcafé, das das Jugendzentrum am Sonntag der Bundestagswahl im September angeboten hatte, war ein Beitrag. Diese Idee könnte nach den Vorstellungen von Matthias Sauerland zur Kommunal- und Europawahl im Mai fortgeführt werden. Rund um diesen Wahltermin sollen auch die Hauptaktionen stattfinden.

Matthias Sauerland ist sich allerdings bewusst, dass es schwer werden wird, Jugendliche dazu zu bewegen, überhaupt zu Veranstaltungen mit politischem Hintergrund zu kommen. Darin sieht er sogar die besonderes Herausforderung. „Das wird schwierig, weil Jugendliche grundsätzliche Vorbehalte gegen Politik und politische Vertreter haben“, sagte er.

Die Mitglieder des Sozialausschusses befürworteten die Initiative bereits – vielleicht auch aus eigenem Interesse, wie man aus der Äußerung von SPD-Ratsherr Reinhard Kühn schließen könnte: „Es ist ja nur zu begrüßen, wenn man versucht, Jugendliche an dieses Thema heranzuführen. Wir sehen ja selbst in unseren eigenen Reihen, wie schwer das ist“, sagte er. - Volker Griese

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