Problem-Umkleiden in der Turnhalle: Es gibt neue Erkenntnisse

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Blick in die Umkleiden: Die sind komplett entkernt.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Umkleiden in der Turnhalle sind mittlerweile komplett entkernt. Wie es um den Unterbau steht, haben Prüfungen nun gezeigt.

Es begann mit einem kleinen Loch – und wurde ein Desaster. Mittlerweile sind die unteren Umkleideräume der Turnhalle Holensiepen komplett entkernt - und sorgten für reichlich Gesprächsstoff während der Sitzung des Rates.

„Die Aufträge für die einzelnen Gewerke an die Firmen sind bereits vergeben, und so sollte einer zügigen Sanierung jetzt nichts mehr im Wege stehen“, erklärte die SPD-Fraktion in ihrem Antrag zur „Sanierung Sportlerumkleiden“ und stieß damit bei CDU- und UWG-Fraktion auf Irritationen.

Denn das Thema ist längst auf den Weg gebracht. Die Aufträge wurden aufgrund der neuen Erkenntnisse bereits im Januar storniert. Denn damals ging man von einem funktionstüchtigen Fundament aus. Und genau das gibt es nicht

Wand nach außen gefallen

Die Fundamente sind hohl. Und es gibt erhebliche Risse an einer Außenwand. Bauamtsleiter Dirk Röding fasste den Werdegang des Projekts zusammen – bis zu den Gipsmarken an den Rissen, die ein halbes Jahr beobachtet werden sollten. Dieses halbe Jahr ist jetzt vorbei. Hätte sich die Wand weiter bewegt, hätte man dies an den Gipsmarken erkennen können. 

Nichtsdestotrotz ist deutlich zu erkennen, dass die Wand nach außen gefallen ist. Man findet drei bis vier Zentimenter Versatz. „Die Zwischenzeit vom Anbringen der Gipsmarken bis heute haben wir dazu genutzt, um ein Konzept zu erstellen, wie man die Fundamente stabilisieren kann“, so Dirk Röding. 

Entscheidung "scheint ihr vergessen zu haben"

„Es wäre ja verwerflich, wenn man dort nichts tun würde. Man kann aber nicht 1:1 wieder Umkleiden installieren“, so der Bauamtsleiter, der für den Herbst eine Vorlage erstellen will, damit die Politik das weitere Vorgehen entscheiden kann. „Bis August, so hatten wir doch entschieden, wollten wir die Gipsmarken prüfen. Das scheint ihr vergessen zu haben“, sagte Michael Schlieck (CDU) zum Vorstoß der Sozialdemokraten. 

Und auch Sonja Hammerschmidt (UWG) äußerte Verwunderung. „Wir sind uns alle einig, dass diese Sache gemacht werden muss. Wir sollten so verfahren, wie es damals besprochen haben.“ Es ist also nicht damit getan, an trockenen Wänden Kacheln anzubringen. „Und in einem Jahr sackt das Fundament. Da halte ich nicht meinen Kopf für hin“, sprach Bürgermeistern Birgit Tupat Klartext. 

Problematische Situation für Kinder

Öffnungen haben zutage gebracht, dass die Fundamente teilweise gar keine Verbindung mehr zum Untergrund haben, „sodass man da eine Schüppe drunter herschieben kann“, sagte Dirk Röding. 

„Wir müssen aber auch vorankommen“, meinte Christian Pohlmann (SPD). Auch Jan Schröder (SPD) machte auf die Dringlichkeit aufmerksam. Den Sportlern stehen zum Teil nur die Umkleiden auf der anderen Straßenseite, in der Lennehalle, zur Verfügung. Die kleinsten Fußballer, die F- und G-Jugend, müssen also immer wieder die doch recht viel befahrene Straße überqueren. Dass dies für die Sportler eine untragbare Situation ist, bestätigte Ulrich Gülicher (CDU), meinte aber: „Wir können doch nicht sehendes Auges eine Entscheidung treffen, wenn die Fachleute etwas anderes sagen.“ 

Mehr als ein Jahr sind die Umkleidekabinen mittlerweile nicht nutzbar. Und von heute auf morgen wird sich am Holensiepen nichts tun. 

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