Das sind die Ehrenamtspreisträger

Die Akteure der Aktion "Helfen und Helfen lassen" werden ebenso ausgezeichnet wie Sabine Karisch für ihr Engagement rund um das Gartenhallenbad.

Nachrodt-Wiblingwerde - „Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen.“ Und so wird die Sitzung des Rates am 4. Dezember ab 17 Uhr in der Rastatt etwas ganz Außergewöhnliches. Denn erstmals wird der Ehrenamtspreis verliehen. Ausgezeichnet werden Sabine Karisch und die Aktion „Helfen und Helfen lassen“ rund um Ulla Büttig und ihrem Team.

„Ich nehme den Preis mit Ehren und Freunde an“, sagt Sabine Karisch. „Ich möchte damit anderen Mut machen, sich zu engagieren.“ Sabine Karisch und das Gartenhallenbad: Seit fast fünf Jahren sind diese Wörter, diese Namen miteinander verschmolzen. Der Ehrenamtspreis geht nicht nur an eine sehr engagierte, sondern auch an eine sehr kommunikative und kritische Frau. Eine, die das „Hick-Hack“ rund um den Ehrenamtspreis im Vorfeld durchaus auch kommentiert hat.

„Die Diskussionen waren wirklich blöd und haben die schöne Idee fast zerfleischt“, sagt die Preisträgerin, die die Auszeichnung dennoch gerne annimmt. Stunden, Tage, Wochen, Monate: Sabine Karisch steckt viel Kraft ins Gartenhallenbad, das sie als Betriebsleiterin führt. Und nach wie vor ist sie auch im Förderverein tätig. „Du und dein Hallenbad, sagen viele Leute. Auch nicht immer begeistert“, erzählt Sabine Karisch davon, dass sich auch Menschen abwenden, dass nicht alle Verständnis für die ehrenamtliche Arbeit haben. „Aber ich mache das ja nicht allein. Es geht nur mit den anderen, mit den Mitstreitern.“

 Den Ehrenamtspreis empfindet die Nachrodterin als nette Geste. Als persönliches Geschenk hat sie sich einen Gutschein für das Saunadorf in Lüdenscheid ausgesucht. „Ich habe jeden Tag mindestens zwei Stunden mit dem Gartenhallenbad zu tun“, sagt die 52-Jährige, die seit 15 Jahren selbstständig im Homeoffice arbeitet. „Damit verdiene ich mein Geld. Aber das Miteinander, das erlebe ich im Gartenhallenbad. Und wenn ich manchmal schlecht drauf bin, dann gehe ich ins Bad, treffe die Menschen, sehe die glücklichen Gesichter und dann weiß ich, warum ich das mache.“

Übrigens: Gar nicht so schön war ihr erster Kontakt mit dem Thema Ehrenamt. „Mein Papa war Feuerwehrmann und hatte eigentlich nie Zeit für uns. Er war immer im Ehrenamt tätig. Leider gab es damals noch keine Frauen in der Feuerwehr und auch keine Kinderfeuerwehr.“ Später gab es dann für Sabine Karisch ein erstes eigenes Engagement im Verein zur Förderung der Kultur und Wissenschaft in Afrika. „Ich möchte, dass das Geld gezielt da ankommt, wo es hin soll. Das ist auch im Hallenbad so. Wenn ich mich um Mittel bemühe, wie NRW kann schwimmen, dann werden sie auch gezielt für dieses Projekt eingesetzt und für nichts anderes.“

Sorge um die Zukunft des Gartenhallenbades hat Sabine Karisch nicht. „Wir haben immer investiert. Ich wünsche mir fürs Gartenhallenbad, dass es so weiter geht und manchmal ein etwas besseres Miteinander.“ Die Aktion „Helfen und Helfen lassen“ gibt es mittlerweile fast 27 Jahre.

 „Ich habe allen unseren Mitstreitern bescheid gesagt und bin gespannt, wer alles zur Preisverleihung kommt“, strahlt Ulla Büttig, die den Ehrenamtspreis als „sehr schöne Auszeichnung“ bezeichnet. Von Anfang an auch dabei: Lotte Glasow, Antje Böttcher und Edeltraud Hauke. „Und nicht zu vergessen Pfarrer Kube“, sagt Ulla Büttig, die sogar noch das allererste Veranstaltungs-Protokoll hat.

Die Idee zur Aktion „Helfen und Helfen lassen“ hatte einst Sozialarbeiter Bernhard Weber. Der Wunsch war und ist, den Menschen, die nicht mehr aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, die vielleicht ein Handicap haben, im Altersheim leben und/oder im Alter sehr allein sind, schöne Nachmittage zu bieten. „Ich halte nach wie vor die persönliche Ansprache für wichtig. Aber natürlich hat sich die Arbeit im Laufe der vielen Jahre auch gewandelt.“ Drei jahreszeitliche Feste und ein Ausflug stehen jeweils an - und werden von den Helferinnen vorbereitet und durchgeführt. Getreu nach dem Motto „Wenn jeder dem anderen helfen würde, wäre allen geholfen“ hat sich die Aktion Helfen und Helfen lassen der Nächstenliebe verschrieben.

Als Ehrenpreis-Geschenk würde sich Ulla Büttig über eine finanzielle Zuwendung freuen, die man dann wieder in die kleinen Feste stecken könnte. „Natürlich freuen wir uns über die Auszeichnung, wenn ich auch doch überrascht war. Es gibt ja so viele Menschen, die sich für andere einbringen“, sagt Ulla Büttig, die sich irgendwann aus Altersgründen zurückziehen muss. „Aber alle Vereine und Verbände kranken daran, dass sie zu wenig Nachfolger haben.“ Dennoch möchte man optimistisch sein und hoffen, dass früher oder später neue Gesichter das wichtige Anliegen fortführen. Denn wenn auch der Name „Helfen und Helfen lassen“ etwas sperrig ist, so hat sich das Konzept wunderbar bewährt. Und die Dankbarkeit der Menschen wiegt jede Arbeit auf.

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