Waldkindergarten erhält Auszeichnung für Engagement

Regieruzngspräsident Dr. Gerd Bollermann (links) zeichnete den Waldkindergarten Wiblingwerde gestern Nachmittag mit dem 2. Preis des diesjährigen Naturschutzwettbewerbs aus.  Foto: Kolossa

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Die Fahrt nach Arnsberg hatte sich für Nadine Richter, Leiterin des Waldkindergartens Wiblingwerde, für vier Mütter und fünf Kinder gelohnt: Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann zeichnete die Einrichtung am Dienstag mit dem 2. Preis eines Naturschutzwettbewerbs aus.

„Grün muss bunt werden“, lautete das diesjährige Motto des von der Bezirksregierung ausgelobten Naturschutzpreises. Es sei zunehmend zu beobachten, „dass wertvolle Wiesen und Weiden aus unserer Landschaft verschwinden“, stellte der Regierungspräsident fest. Dieser Wettbewerb solle dazu beitragen, das Grünland qualitativ und quantitativ zu verbessern. „Nicht die Wiese mit den meisten Pflanzen soll prämiert werden, sondern das ehrenamtliche Engagement, das dazu beigetragen hat, aus diesem wohlmöglich bedrohten Lebensraum wieder etwas Besonderes zu machen“, skizzierte Bollermann das Ziel des Wettbewerbs.

Dafür hatten alle 20 Waldkindergartenkinder kräftig mit angepackt. Zwei Wildblumenbeete entlang des Weges zu ihrem Kindergarten haben sie angelegt und am Waldlehrpfad am Lohhagen auch noch eine Wildblumenwiese gesät. Hierbei hatte ihnen mit Karl-Heinz Tacke ein Preisträger des vergangenen Naturschutzwettbewerbs geholfen. Neben dem spielerisch erlernten verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur lernten die Kinder dabei das Bestimmen von Pflanzen, die Zubereitung von Gerichten mit Kräutern und vieles mehr. All dies war der Jury eine gehobene Platzierung wert.

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Motiviert durch den langen Winter, habe sich der Waldkindergarten am Herlsener Weg die Erhaltung, beziehungsweise Wiederherstellung einer natürlichen Artenvielfalt auf die Fahne geschrieben, sagte Regierungspräsident Bollermann. „Sie haben einen Lernprozess für Eltern, Kinder und Erzieherinnen initiiert“, erklärte er.

Nadine Richter freute sich mit den Kindern über diese Anerkennung, die sich in Form eines Schecks über 1000 Euro auszahlte. „Das Geld trägt zum Erhalt unseres Waldkindergartens bei“, verriet sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Und auch Karl-Heinz Tacke kam noch einmal zu Ehren, nachdem ihm der Regierungspräsident – sichtlich überrascht, ihn zum zweiten Mal in Folge bei einer Verleihung wieder als treibende Kraft für ein Naturschutzprojekt in seinem Haus zu sehen – ans Mikrofon gebeten hatte, um sein neuestes Projekt zu erläutern. Und im weiteren Verlauf gratulierten die Kinder ihm auch noch zum Geburtstag.

In Arnsberg waren 33 Wettbewerbsbeiträge für diesen inzwischen vierten Naturschutzpreis eingegangen. Die Bandbreite belegt nach Worten von Regierungspräsident Bollermann „das bürgerschaftliche Engagement erstens in vielen verschiedenen Einrichtungen bis hin zu Privatpersonen und zweitens über die verschiedenen Generationen hinweg.“ Neun Preisträger in den Kategorien „Vereine und Beiräte“, „Kindergärten, Schulen und Kirchengemeinden“ und „Einzelbewerber und Landwirte“ waren zur gestrigen Auszeichnung eingeladen worden. Neben dem 1. Preis (2000 Euro) und dem 2. Preis (1000 Euro) wurde jeweils ein Sonderpreis verliehen. Insgesamt wurden 10 000 Euro an die verschiedenen Preisträger ausgeschüttet, zur Verfügung gestellt vom NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. - Julius Kolossa

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