Praktika als Sprungbrett zur Ausbildungsstelle

+
Alina Röseler und Lisa Fuchs. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Wolfgang Albrecht ist ein alter Hase: 30 Jahre Erfahrung hat der Lehrer der Albert-Schweitzer-Hauptschule mit der schulischen Betreuung von Praktikanten. Und er kann eine gute Bilanz ziehen. „In jedem Fall bringen die Praktika etwas und wenn es die Erfahrung der Schüler ist, dass sie in diesem Berufsbild nicht den Rest ihres Erwerbslebens verbringen wollen“.

So erging es Alina Röseler bei ihrem Praktikum vor einem Jahr in einer Tierarztpraxis. Das sei zwar sehr schön, aber auch sehr langweilig gewesen. Und sie müsse immer etwas zu tun haben. Das zweite Praktikum aktuell bei toom gefalle ihr daher besonders gut. „Hier ist immer etwas los“, sagte die 10-Klässlerin. Für sie steht nun fest, dass sie sich im Bereich Einzelhandelskauffrau um eine Lehrstelle kümmern wird. Für Lisa Fuchs dient das Praktikum bei toom eher als Vorbereitung für ihre Lehre als Bürokauffrau, sie hat einen Lehrvertrag schon in der Tasche. Auch sie hat immer eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich angestrebt. Und auch ihr gefällt, dass man als Einzelhandelskauffrau offensichtlich gefordert wird.

Lehrer Wolfgang Albrecht berichtet zudem, dass die Praktika der Schüler gerade in den letzten Jahren immer mehr zum Sprungbrett für die Ausbildung geworden sei. Das würden auch Schüler und Eltern verstärkt so sehen. Dementsprechend würden sich die Jugendlichen auch meist verhalten.

Das Grundsätzliche in Sachen Bewerbung würden sie in der Schule lernen, um die Praktika würden sich die jungen Leute dann meist selbst kümmern. Nur gelegentlich gebe es Schwierigkeiten, sagt Albrecht. Dann helfe man bei der Suche. Ein guter Teil der Jugendlichen bekomme in den Wunschberufen Praktika, manche müssten allerdings auch Kompromisse machen. Und wieder andere würden direkt ins Schwarze treffen. Einer habe sich schon beim Praktikum in der 9. Klasse als Koch so bewährt, dass er nun im 10. dort wieder Praktikum mache und die Lehrstelle für ihn greifbar nahe sei.

Dass sich die Praktikanten ordentlich verhalten müssen, ist klar. Doch auch die Arbeitgeber sind meist vorbildlich, stellen gar Arbeitskleidung, die die Praktikanten dann auch hinterher behalten dürfen. Und die andere Seite? Nur einmal in all den Jahren, so Bergfeld, habe er ein Kind aus einem Betrieb holen müssen, weil es schlecht behandelt worden sei. Doch das Kind hat die unangenehme Zeit offenbar überwunden. „Der ist mittlerweile Studienrat“. ▪ vdB

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare