Praktika: Erkenntnisse für die berufliche Zukunft

+
Praktikum im „Hand-Werk“. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Lob für Angela Petter: „Die sieht immer, wo Arbeit ist“. Hochzufrieden ist Uwe Brüggemann mit seiner Praktikantin aus der 9a der Albertschweitzer-Hauptschule. Und auch bei der Vereinigten Sparkasse oder den Walzwerken Einsal kann man nicht meckern über die jungen Leute, die drei Wochen lang ihr Praktikum machten. Die Nachrodter Hauptschüler waren bei Firmen in der Umgebung untergebracht, um eine erste Ahnung vom Berufsleben zu bekommen.

Auch nichts zu meckern über ihre vorübergehenden Jobs haben die Jugendlichen: So ist Stephanie Lorenz zufrieden mit dem, was sie bei der Vereinigten Sparkasse gelernt hat. Sie wurde durchaus im Rahmen der Möglichkeiten eines Praktikums eingesetzt, wurde perfekt im Münzenrollen, durfte Überweisungen eingeben. Sie lernte die verschiedenen Zweigstellen kennen und man kümmerte sich um sie. Bis jetzt findet sie das Berufsbild „ganz interessant“. Sie hatte sich beworben, es gab ein Gespräch und die 14-Jährige Hauptschülerin war im Boot.

Auch Fatih Karatas gefiel sein dreiwöchiger Job in der Qualitätssicherungabteilung der Walzwerke sehr gut: Zerreißproben durfte er machen, mit dem Mikroskop arbeiten unter dem Strich lernte er schon allerhand über Metallographie. Sein kurzes Resümé. „Gut, super!“ Ursprünlich hegte er den Berufswunsch Elektriker. Doch das Praktikum hat ihn überzeugt - er strebt nun die dreieinhalb Jahre dauernde Lehre als Werkstoffprüfer an. Das Praktikum ist dabei schon mal eine gute Visitenkarte für eine Bewerbung, denn Rolf Feldmann, der ihn unter anderem in dieser wichtigen Abteilung betreut hat, ist zufrieden mit ihm. Personalleiterin Angelika Fuchs hat überhaupt recht gute Erfahrungen mit Praktikanten gerade - auch von der Hauptschule. Sie hält Praktika für eine gute Sache. Auch die Schüler selbst würden sich verändern. Das sei sehr lehrreich für die jungen Leute.

Zurück zu Angela Petter. Ihr macht das Praktikum in der Lackiererei Brüggemann „viel Spaß“. Und sie hat sich „extra“ einen Praktikumsplatz ausgesucht, den sich Mädchen normalerweise nicht wünschten, sagt sie. Und auch wenn der Chef sagt, dass sie handwerklich geschickt ist, pünktlich kommt und die Arbeit sieht, so wird sie dennoch nicht eine Lehre anstreben. Sie wird nach dem Hauptschulabschluss weiter zur Schule gehen.

Auch das ist eine Erkenntnis, die man bei einem Praktikum gewinnen kann.

▪ Peter von der Beck

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare