Zufahrt-Problem gelöst: Weg für Discounter frei

Die Hallen des ehemaligen Kosmetik-Herstellers Mesch Casa sollen als erste abgerissen werden. Foto: Griese

Nachrodt-Wiblingwerde - Vor etwa anderthalb Jahren waren die Aussichten,dass sich im Obstfelder Lennebogen ein weiterer Lebensmittel-Discounter ansiedelt, gleich null. Interesse war zwar vorhanden, aber der Investor hatte sich mit Anliegern nicht über eine Zuwegung zu dem ehemaligen Mesch-Casa-Gelände einigen können. Jetzt kam es zu einer überraschenden Wendung.

Im Mai 2011 hatte der Planungs-und Bauausschuss der Gemeinde einstimmig einer Bebauungsplanänderung zugestimmt und damit den Weg frei gemacht für einen Lebensmitteldiscountmarkt an der Altenaer Straße. Die Realisierung des Vorhabens zog sich aber in die Länge und war im Herbst 2013 zunächst gescheitert. Der Dortmunder Investor hatte ganz offensichtlich die Nase voll von den schwierigen Verhandlungen mit Anliegern und bot das Grundstück anderen Interessenten an. Für rund 470 000 Euro sollte der ganze Komplex damals den Besitzer wechseln können.

Das rief die Hell c. Service GmbH & Co. KG auf den Plan. Die Besitzgesellschaft der an der Altenaer Straße ansässigen Praedata Bürosysteme GmbH erwarb das Grundstück, auf dem nicht nur die Gebäude stehen, in denen früher die Firmen Mesch Casa und Reinol produziert haben, sondern derzeit auch noch die Firma MPU, die Produkte für die Automobil- und Elektroindustrie herstellt. Sämtliche Hallen und sonstigen Gebäude sollen nach und nach abgerissen werden.

Fast 18 000 Quadratmeter groß ist dann die gesamte Fläche, die nach Worten von Praedata-Geschäftsführer Uwe Hell neu überplant werden soll. Die Zuwegungsprobleme könnten dabei gelöst werden, versicherte Hell. „Wir sind derzeit dabei, ein Gesamtkonzept zu erstellen, das verschiedene Abschnitte umfassen wird“, sagte Hell weiter, ohne sich aber tiefer in die Karten schauen zu lassen. Immerhin verriet er, dass auch die Ansiedlung eines Discounters Bestandteil dieses Konzeptes sein solle. In diesem Zusammenhang fiel in der Vergangenheit immer wieder der Name „Netto“. Der Lebensmitteldiscounter mit Sitz in Bayern ist ein Tochterunternehmen der Edeka-Gruppe, die nur einen Steinwurf entfernt mit einem gut etablierten Markt vertreten ist.

Für die Firma MPU bedeutet diese Entwicklung, dass sie sich wohl nach einem neuen Standort umsehen muss. MPU-Geschäftsführer Thomas und Andreas Wunderlich waren am Dienstag aber zu keiner Stellungnahme bereit.

Lesen Sie auch:

Nachrodter Discounter-Pläne vor dem Aus (24.10.2013)

Lennebogen-Discounter: Entscheidung in diesem Jahr (21.02.2013)

Discountmarkt im Lennebogen wird Realität (05.05.2011)

Feinschliff für Discounter-Ansiedlung (07.07.2011)

Fraktionen wollen Menke&Preising am Ort halten (22.03.2010)


Bürgermeisterin Birgit Tupat erhofft sich durch die neue Entwicklung eine deutliche Aufwertung des Bereiches am Obstfelder Lennebogen. „Das Ortsbild wird sich positiv verändern“, glaubt sie. Auch die Discounter-Ansiedlung begrüßt die Bürgermeisterin: „Das Grundstück liegt ideal an der Bundesstraße, da werden sicherlich nicht nur Menschen aus Nachrodt-Wiblingwerde einkaufen“, sagte sie. - Volker Griese

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare