Raffenberg geht: Neuer Bezirksbeamter der Polizei für Nachrodt

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Für einen Spaß zu haben: Bezirksbeamter Reinhard Raffenberg bei der Fahrradprüfung mit Grundschülern.

Nachrodt-Wiblingwerde – Der Bezirksbeamte Reinhard Raffenberg verlässt die Gemeinde: Er wechselt zum 1. September nach Plettenberg. Sein Nachfolger ist kein Unbekannter.

Er hat Pferde eingefangen, Fahrradprüfungen mit den Grundschulkindern absolviert, den Laternenzug begleitet, Haftbefehle vollstrecken müssen und konnte Spuren in Nachrodt-Wiblingwerde hinterlassen: Polizeihauptkommissar Reinhard Raffenberg. 

Der Bezirksbeamte verlässt die Doppelgemeinde und wechselt zum 1. September nach Plettenberg. In seine Fußstapfen tritt Jörg Bielefeld. Der Neue ist ein alter Bekannter. Seit 21 Jahren ist Jörg Bielefeld als Dienstgruppenleiter bei der Polizei in Altena tätig. 

„Ich finde Nachrodt-Wiblingwerde sehr spannend“, sagt der 52-Jährige, der seinen neuen Job am 1. September antritt. „Es ist ein ganz anderer Kontakt mit dem Bürger“, sagt er über die Aufgaben als Bezirksbeamter. „Man hat sonst im Dienst oft mit Menschen zu tun, mit denen man Probleme und auch Konfrontationen hat. Als Bezirksbeamter ist der Kontakt zu den Bürgern ein anderer. Das finde ich reizvoll.“ 

Lange Wege zur Arbeit

Das Spektrum des Bezirksbeamten ist breit gefächert: über Haftbefehle ausführen, die von der Staatsanwaltschaft kommen, Fahrerermittlungen, Kontakte bei Festveranstaltungen knüpfen und die Sicherheit im Auge behalten über die Vorführung von Zeugen und Beschuldigten vor Gericht bis hin zur Unterstützung des Ordnungsamtes und Fahrsicherheitstrainings mit den Grundschülern. 

Reinhard Raffenberg war acht Jahre als Bezirksbeamter in der Gemeinde tätig. Er wechselt nun nach Plettenberg, „weil es heimatnah ist“. Er fuhr immer morgens mit dem Zug nach Altena. „Gestern habe ich um 14 Uhr Feierabend gemacht und dann eine dreiviertel Stunde auf dem Bahnsteig gesessen“, erzählt er von den Umständlichkeiten der Zugfahrten. „Das entfällt dann für mich.“ Bald kann er mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. 

Wenn die Pferde durchgehen...

Er geht aber auch mit einem weinenden Auge: „Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt, viele nette Leute kennengelernt, und ich habe auch mit den Kollegen auf der Wache gut zusammengearbeitet.“ Ein Büro hatte Reinhard Raffenberg übrigens auch in Nachrodt: erst im Amtshaus, dann im Haus an der Hagener Straße 96. „Aber das war feucht. Deswegen bin ich seit fast einem Jahr in Altena und fahre nach Nachrodt-Wiblingwerde.“ 

An einen witzigen Einsatz erinnert sich der 52-Jährige am Dümpel, als er gemeinsam mit Vertretern des Ordnungsamts einen Hengst einfangen musste. „Wir haben den Zaun niedergedrückt, damit das Pferd wieder auf die Wiese konnte“, erzählt Reinhard Raffenberg schmunzelnd. „Ich habe mich richtig erschrocken, als das Pferd dann woanders her lief.“ 

Der Neue: Jörg Bielefeld (rechts) ist neuer Bezirksbeamter in Nachrodt-Wiblingwerde. Er löst Polizeihauptkommissar Reinhard Raffenberg (links) ab.

Einen scherzhaften, freundlichen Umgang pflegte Reinhard Raffenberg zu den Nachrodt-Wiblingwerdern. „Man muss sich als Bezirksbeamter ein bisschen als Bindeglied zwischen der Wache und den Bürgern sehen.“ Aber irgendwann, so sagt er, „muss man auch das Pastorengespräch beenden und Tacheles reden.“ 

Präsenz zeigen gehört zum Job. Aber auch schwierige Situationen hat Reinhard Raffenberg erlebt – im Dezember 2018 zum Beispiel. „Wir haben das Gesundheitsamt unterstützt. Da sollte jemand eine DNA-Probe abgeben. Derjenige hat mit dem Handy den Polizeieinsatz gefilmt. Dann gab ein Wort das andere, er ist festgenommen worden. Und bei der Durchsuchung des Hauses ist eine Plantage entdeckt worden. Er hat mich dann verletzt, mir die Rippen geprellt. Das war schon heftig“, sagt Reinhard Raffenberg, der 1985 als „Streifenhörnchen“, wie er selbst sagt, in der Wache Altena seinen beruflichen Werdegang startete. 

Viel herumgekommen

1992 wechselte er nach Plettenberg, ging 1996 zum Einsatztrupp Kriminalitätsbekämpfung, war ab 1999 bis 2009 Diensthundeführer im ganzen Südkreisund wechselte anschließend nach Lüdenscheid zum Bezirk- und Schwerpunktdienst. „Und von dort nach Nachrodt-Wiblingwerde.“ 

Für Jörg Bielefeld ist vieles jetzt Neuland. Als Dienstgruppenleiter war er meist in der Wache, jetzt wird er häufig unterwegs sein. Sein Nachfolger in der Wache wird übrigens Oliver Stadermann. „Man muss sich erst einmal komplett einfinden“, sagt Jörg Bielefeld, der eine spannende Laufbahn hinter sich hat: 1990 war er bei der Hundertschaft der Polizei, dann später am Flughafen Köln auf der Wache, von 1992 bis 1994 in Remscheid, von 1994 bis 1996 im Wach- und Wechseldienst in Iserlohn, hat dann das Studium für den gehobenen Dienst absolviert und wechselte dann zur Wache in Altena. Er ist wie Reinhard Raffenberg Hauptkommissar.

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