Nachrodt bietet Geflüchteten aus Moria Unterkunft

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Die Flüchtlingsbeauftragte Sabrina Lippert findet den Vorstoß „gut und richtig“.

Nachrodt-Wiblingwerde – Die Gemeindeverwaltung möchte helfen: Nach der Brandkatastrophe auf Lesbos und der Entscheidung der Bundesregierung, 1553 Asylsuchende aus dem Flüchtlingslager Moria in Deutschland aufzunehmen, hat nun auch die kleinste Gemeinde des Kreises ihre Unterstützung angeboten, um einen humanitären Beitrag zu einer menschenwürdigen Unterbringung der Schutzsuchenden in Europa zu leisten.

 „Wir haben unsere Absichtserklärung an die Bezirksregierung Arnsberg gemeldet“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz. Danach könnte Nachrodt-Wiblingwerde sofort eine Familie mit drei Kindern unterbringen und ab Oktober eine weitere Familie mit zwei bis drei Kindern. Eine Wohnung wird gerade hergerichtet. Zudem gibt es Platz für zwei Personen in einer Männer-Wohngemeinschaft. 

Mit Fraktionen abgesprochen

Dass die Gemeindeverwaltung ein solches Angebot unterbreitet, ist mit allen drei Fraktionen abgesprochen. Eine Antwort von der Bezirksregierung gibt es noch nicht. Laut Bericht von „Zeit online“ hat nur etwas mehr als die Hälfte der rund 1500 Menschen, die auf der Liste stehen, in Moria gelebt. Die übrigen sind in Lagern auf anderen Ägäis-Inseln untergebracht. Es sollen zudem nur Familien nach Deutschland kommen, keine Alleinreisenden. Und die Familien müssen in Griechenland bereits ein Asylverfahren erfolgreich durchlaufen haben. 

79 anerkannte Flüchtlinge

In der Doppelgemeinde leben im Moment 79 anerkannte Flüchtlinge. Damit erfüllt die kleinste Gemeinde des Kreises ihre Pflicht der Flüchtlings-Aufnahme zu 79,98 Prozent. Um die 100 Prozent zu erreichen, müssten fünf Flüchtlinge aufgenommen werden. Aktuell laufen bei 18 Asylbewerbern noch die Verfahren oder Klageverfahren. 14 weitere Männer und Frauen sind abgelehnte Asylbewerber, die aber noch nicht abgeschoben wurden. Das hat unterschiedliche Gründe: vom Abschiebestopp in den Irak über familiäre Bindungen bis zur Ausbildungsduldung. 

"Gut und richtig"

Unter allen Geflüchteten in der Gemeinde sind 42 Kinder, die – sofern sie alt genug sind – den Kindergarten oder die Schule besuchen. Einige sind auch Schüler des Burggymnasiums in Altena oder des Berufskollegs in Plettenberg. Eine weitere Zahl: 131 Flüchtlinge sind mittlerweile aus der Gemeinde weggezogen oder auch „verloren“ gegangen. „Das passiert gerade bei alleinreisenden jungen Männern. Wenn eine Abschiebung droht, sind sie oftmals weg“, erzählt die Flüchtlingsbetreuerin Sabrina Lippert. Sie selbst findet das Angebot der Gemeinde, Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen, „gut und richtig“. 14 Wohnungen sind für die geflüchteten Familien und Einzelpersonen in der Gemeinde angemietet – die anerkannten Flüchtlinge haben privat angemietete Wohnungen. Eine kleine Wohnung dient der Gemeinde als Lagerwohnung, eine Unterkunft ist frei und bezugsfertig, zwei weitere Wohnungen müssen erst bezugsfertig hergerichtet werden. Das soll aber problemlos sein.

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