Politiker kaufen ein für neues Rastatt-Umfeld

Der Planungs- und Bauausschuss wählte am Montag die Pflastersteine für die Umgestaltung des Rastatt-Umfeldes aus. - Foto Griese

Nachrodt-Wiblingwerde - Das Vergnügen, wie in einem Kaufhaus auswählen und einkaufen zu können, haben Politiker in Zeiten leerer Kassen nur noch selten. Der Bau- und Planungsausschuss hat am Montag eine solche Sternstunde erlebt.

Die Politiker hatten in ihrer Sitzung darüber zu entscheiden, mit welchem Baumaterial und welchen Möbeln die Umgestaltung des Rastatt-Umfeldes vorgenommen werden soll. Im Rahmen des Regionale-Projektes LenneSchiene soll der Bereich in diesem Jahr neu gepflastert werden, er soll einen Treppenzugang zur Lenne und einen Biergarten erhalten.

Der 600 Quadratmeter große Platz zwischen der Gaststätte und dem Parkplatz soll nach dem Willen der Ausschussmitglieder nun für gut 30 000 Euro mit einem grauen Betonpflaster mit Natursteinoberfläche befestigt werden. Auf Anraten der planenden Landschaftsarchitektin Rebekka Junge entschieden sich die Politiker einstimmig für diese zwar etwas teurere, aber angeblich langlebige Variante zum einfachen Betonsteinpflaster.

Nicht ganz so einseitig waren sich die Ausschussmitglieder in den anderen Fragen. So fanden sich für alle drei vorgeschlagenen Möglichkeiten der Möblierung des Biergartens sowohl Befürworter als auch Gegner. Die SPD-Fraktion sprach sich für eine schlichte, aber widerstandsfähige Betonvariante aus, die CDU favorisierte eine modern anmutende Kombination aus Stahlrahmen und Eichenholz und die UWG hatte am meisten für die preisgünstigste Ausführung übrig: Tische und Bänke mit Stahlfüßen und Kunststoffauflage in Holzoptik. Trotz derart gegensätzlicher Vorstellung gab es keine lange Debatte. SPD-Fraktionschefin Susanne Jakoby wollte darüber „keine ideologische Diskussion führen“. Zugleich sah sie wohl in der Bereitschaft, dem CDU-Vorschlag zuzustimmen, die Möglichkeit, die aus Sicht ihrer Fraktion zweitbeste Lösung zu bekommen. Gemeinsam stimmten CDU und SPD daraufhin für die mit gut 2100 Euro pro Bank-Tisch-Kombination teuerste Lösung. Im Plan der Landschaftsarchitektin sind davon zwei Exemplar eingezeichnet.

Relativ schnell waren sich die Ausschussmitglieder über die vier zu installierenden Leuchten einig – wohl auch, weil nur ein einziges Modell vorgeschlagen war. Eine schlichte LED-Aufsatzleuchte aus Aluminiumguss und Edelstahl sollte es nach dem Vorschlag der Planerin sein. Kostenpunkt: knapp 1900 Euro. An diesem Preis stieß sich Holger Hassler (UWG). Zu teuer sei diese Leuchte, da gebe es preisgünstigere Modelle. Diese Überlegung führte zwar dazu, dass sich die beiden UWG-Vertreter im Ausschuss enthielten. CDU und SPD waren sich aber auch in diesem Punkt einig und stimmten dafür. - Volker Griese

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