Keine Lösung für den Friedhofsweg

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Was passiert mit dem Friedhofsweg?

Nachrodt-Wiblingwerde - Mit Spielregeln ist es so eine Sache: Man muss sich daran halten. „Anfragen und Anregungen der Einwohner“ sind zu Beginn einer jeden Sitzung und zum Ende möglich. Das gefiel aber vor allem einem Bürger nicht, der während der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses seinem Unmut Luft machen wollte – und zwar dann, wann er wollte. Thema natürlich: der Friedhofsweg.

 „Das ist kein offenes Diskussionsforum“, versuchte Gerd Schröder die Fäden nicht aus der Hand zu geben – mit mehr oder weniger Erfolg. Fakt ist: Es gibt keinen Beschluss. Und: Es wurde „ordentlich herumgeeiert“.

Ob die Einladung von Rolf Wagner von der Ingenieurpartnerschaft KWO zum Thema Friedhofsweg wirklich etwas gebracht hat, sei dahingestellt. Er las das Manuskript ab, das die Ausschussmitglieder vor sich liegen hatten – mit dem Ergebnis, dass nur ein Vollausbau möglich ist. Was im Endeffekt eine Kostenbeteiligung für die Anlieger bedeuten würde. Was aber auf den einzelnen zukommen könnte, wurde nicht (öffentlich) gesagt.

 „Grundsätzlich ist ein Straßenaufbau abhängig von der Verkehrsdichte. Wie viele Autos fahren dort? Diese Messungen liegen nicht vor, so dass man hier von einer Sammelstraße ausgeht“, so Wagner. Der Deckenaufbau sollte vier Zentimeter Asphaltdeckschicht, 14 bis 16 Zentimeter Asphalttragschicht und 40 bis 42 Zentimeter Frostschutzschicht betragen. Und dann begann sie, die Diskussion der Bauingenieure und der Fachkundigen, bei der später eigentlich kaum noch jemand durchblickte.

 „Die erste Untersuchung 2011 hat ergeben, dass eine Schotterstärke von 3 x 20 Zentimeter und einmal 30 Zentimeter erreicht wurde. Bei der Untersuchungen im vergangenen Jahr fand man 33 bis 79 Zentimeter. Seit 2011 hat es wohl eine Schottervermehrung gegeben“, zeigte Peter Herbel (CDU) die Merkwürdigkeiten auf. Außerdem gebe es keinen Lehmboden, sondern unter der Schotterschicht befinde sich Hochofenschlacke.

 „Ich glaube nicht, dass es dringend erforderlich ist, die Straße auszukoffern und ganz neu zu bauen. Eine Abfräsung reicht aus“, blieb der Christdemokrat bei seiner Meinung, die er schon seit Monaten verkündet. Also: Keine Kosten für die Anlieger. „Sie können zwar abfräsen, haben dann aber nichts mehr, wo Sie aufbauen können“, so Bauamtsleiter Dirk Röding.

Technisch sei dies nicht machbar, waren sich Dirk Röding, Rolf Wagner vom Ingenieurbüro und auch Matthias Lohmann (SPD) einig. „Weil wir kein Dachprofil hinkriegen.“ Wie Matthias Lohmann erläuterte, ist die Straße in einem Dachprofil angelegt. Das heißt: Der höchste Punkt der Straße ist in der Mitte. Es gibt ein Gefälle nach rechts und links. Heute dagegen legt man ein Gefälle zu einer Seite an. Wenn man jetzt nur abfräsen würde, müsste die Straße so weit bearbeitet werden, dass sie eine Ebene bekommen könnte. Man würde aber dann einen erheblichen Anteil an der Frostschutzschicht wegnehmen. Thema Frostschutz, Thema Eislinsen, die bei Frost magisch Wasser anziehen. Und wenn es taut, bricht die Eislinse nach unten durch.

„So weit, so kompliziert. Während Matthias Lohmann zwar technisch nicht mit Peter Herbel, Ulrich Gülicher und Josef Fieroch (UWG) einig war, so machte er für die Sozialdemokraten deutlich, dass auch sie keine finanzielle Beteiligung der Bürger möchten. Lohmann fragte in diesem Zusammenhang nach dem Verursacher des Dilemmas. „Keine Straße wird durch PKW-Nutzung in so einen Zustand versetzt. Die Bürger sind nicht dafür verantwortlich, dass die Straße vielfach als Lkw-Verbindungsstraße genutzt wurde.“

Nach einem langen Hin und Her, Diskussionen, ob man aus einem Teil der Straße eine Wohnstraße machen könnte, einem Bürger, der sich ohnehin über den Tisch gezogen fühlte („Im Endeffekt werden Sie gegen die Bürger beschließen. Das zeigt die Erfahrung“), beschloss der Planungs- und Bauausschuss, dass nun dringend nach einer Lösung gesucht werden muss, die für alle Seiten akzeptabel ist.

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