Nachrodter Amtshaus macht Politikern Sorgen

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Bürgermeisterin Birgit Tupat (links) zeigte den Mitgliedern des Planungs- und Bauausschusses das Sorgenkind „Keller“.

Nachrodt-Wiblingwerde - Erst wurde „nur“ Schimmel entdeckt – und dann kam der Schwamm. Fast dramatisch ist die Situation für das Amtshaus. In den Kellerräumen, in denen die Abbrucharbeiten jetzt abgeschlossen sind, kamen Dinge zum Vorschein, mit denen niemand gerechnet hatte.

Immer wieder wurde eine neue Estrichschicht vorgefunden, die belastet war und abgebrochen werden musste. Vier Böden wurden in der Tiefe entfernt. Altes Abbruchmaterial, Heizkörper und Müll waren als Ausfüllmaterialien der Böden benutzt worden. Und alles – 50 Tonnen insgesamt – musste aus dem Amtshaus getragen werden. Mit Eimern, weil keine Maschinen eingesetzt werden konnten. Aktuell muss noch der Serverraum entkernt werden. Über den Stand der Dinge informierten sich die Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses direkt vor Ort. Und es roch doch komisch.

Die gesamten Arbeiten im Kellergeschoss haben bisher 104.000 Euro gekostet. Die Sanierung wird noch einmal etwa 350.000 Euro verschlingen. Zudem ist noch nicht bekannt, was mit dem Dach ist. Wie das Altenaer Kreisblatt berichtete, hat man auch dort ein Dilemma vorgefunden: Die Firstpfannen sind nicht mehr so befestigt, wie sie sein sollten. Der Mörtel ist mit den Jahren zerbröselt. Jetzt wurde eine Untersuchung des Daches bei einem Sachverständigen beauftragt. Das Ergebnis – und eine Kostenschätzung – liegen noch nicht vor.

Doch zurück zum Schwamm. „Der Hausschwamm hat etwas gegen Zugluft. Aber er hat ein breites Spektrum zum Wachsen. Danach kommen nur noch Nassfäulerreger, schließlich Algen und Fische“, erklärte Diplom-Ingenieur Holger Selve den Aussschussmitgliedern recht unterhaltsam. Was ihn, also den Schwamm, brisant macht: „Er kann sich das Wasser im gewissen Umfang selber zu seiner Nahrung transportieren. Er sucht sich ein Holzstück aus, was noch gar nicht seinen Umständen entspricht, und wird es dann befeuchten, um es weiter bearbeiten zu können.“

Die Kellerräume im Amtshaus waren in den vergangenen Jahren mit Büros ausgestattet. „Aber das sind Räume, die eigentlich nicht dafür vorgesehen waren“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat. „Das waren einst Kellerräume, als Lager für Kohlen. Später wurden dann Wände zugemacht und Rigips genutzt. Dahinter fing das Problem dann an. Und wenn die Fenster dicht wären, dann sähe es hier noch viel schlimmer aus.“ Bei der Sanierung wird das Denkmalschutzamt immer ein Wort mitreden.

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