Keine Bufdis für den Ahorn

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Mit der Auslastung der Tagungsstätte „Auf dem Ahorn“ sind Angela und Harald Bürzl sehr zufrieden. Ihnen fehlt nach dem Ende des Zivildienstes allerdings die Unterstützung durch einen Bundesfreiwilligendienstleistenden. ▪

NACHRODT ▪ „Wir haben Arbeit genug“, sagt Angela Bürzl, die gemeinsam mit ihrem Mann Harald die Ferien-, Schulungs- und Tagungsstätte „Auf dem Ahorn“ bei Wiblingwerde leitet. Das Leiterehepaar sucht einen „Bufdi“, also jemanden, der seinen Bundesfreiwilligendienst machen will. Aufgabe gäbe es genug. Nur die Bewerber fehlen.

In Nachrodt-Wiblingwerde gibt es nicht viele Möglichkeiten diesen Freiwilligendienst zu machen. Bis zum Sommer waren zwei junge Frauen im Alten- und Pflegeheim Nachrodter Hof beschäftigt. „Die waren hier bei uns im Sozialdienst“, sagt dessen Leiterin Joanna Schwitalla. Mit der Arbeit der beiden Bufis war Schwitalla sehr zufrieden. „Mich hat gefreut, dass sie bei uns ihren Berufswunsch gefunden haben“, so die Sozialdienstleiterin. Seit den Sommerferien sucht aber auch der Nachrodter Hof wieder Unterstützung durch Bufdis im Pflegebereich, beim Sozialdienst oder in der Technik. „Es meldet sich einfach keiner“, erzählt Joanna Schwitalla. Sie hatte gehofft, dass sich zum Start des Ausbildungsjahres junge Menschen finden, die eventuell noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Bewerbungen gab es bis heute jedoch nicht.

Die Höhe der Bezahlung von Bufdis entscheiden die Einsatzstellen selbst. Die Höchstgrenze für das sogenannte „Taschengeld“ liegt bei 336 Euro, doch „wird zum Beispiel bei jungen Leuten, das Kindergeld weiter bezahlt“, erklärt Joanna Schwitalla vom Nachrodter Hof.

Die Bundesregierung hat den neuen Freiwilligendienst nach dem Ende des verpflichtenden Zivildienstes noch in diesem Jahr zum Erfolgsmodell gekrönt. „Nach einem Jahr Bundesfreiwilligendienst können wir eine überaus positive Bilanz ziehen: 35 000 BFDler im ersten Freiwilligenjahr, die wir auch im zweiten Jahr halten werden, sind ein großartiger Erfolg“, erklärte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder Anfang September zum Start des zweiten Bufdi-Jahres im Bundeskanzleramt. In der Doppelgemeinde scheint sich dieser Erfolg nicht einzustellen.

„Es muss ja nicht unbedingt ein junger Mensch sein“, sagte Angela Bürzl vom Ahorn. „Es könnte auch jemand sein, der in Frührente gegangen ist“, so die Hausleiterin. Vor fünf Jahren übernahm das Ehepaar Bürzl das Haus am Rande von Wiblingwerde. „Am Anfang hatten wir noch Zivildienstleistende“, erklärt Bürzl, doch nach dessen Ende habe sich niemand für den freiwilligen Dienst bei ihnen beworben.

Der Aufgabenbereich eines Bufdis „Auf dem Ahorn“ könnte – je nach Vorqualifikationen – durchaus abwechslungsreich sein. So benötigen die Hausleiter Hilfe bei Reparaturen und in der Gästebetreuung, aber eventuell auch bei den erlebnispädagogischen Angeboten.

Um ihre Arbeit überhaupt bewältigen zu können, haben die Bürzls zuletzt erstmal einen Hausmeister für eine halbe Stelle eingestellt. „Den geben wir auch nicht mehr her, aber einen Bufdi könnten wir trotzdem gebrauchen“, stellt Angela Bürzl klar.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist die Auslastung der Tagungsstätte des Evangelisch-freikirchlichen Sozialwerks Westfalen nach Angaben von Harald und Angela Bürzl mittlerweile „sehr gut“. Vor allem Schulklassen kommen für die erlebnispädagogischen Angebote zu dem etwas abgelegenen Haus im Wald. „Es gibt bei uns also in vielerlei Hinsicht etwas zu tun“, wirbt Angela Bürzl um einen Freiwilligen. ▪ David Schröder

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