Nachrodter Wehr begrüßt Strömungsretter aus ganz Deutschland

Kreisbrandmeister Michael Kling (hinten) ist selbst ausgebildeter Strömungsretter und will diesen Bereich weiter ausbauen.

Nachrodt-Wiblingwerde - Po nach unten, Beine nach vorne – das ist so ziemlich das Erste, was Strömungsretter in ihrer Ausbildung lernen. Nur so kann man sich nämlich sicher in Wildwasser bewegen.

Menschen aus reißenden Flüssen retten, Verletzte schonend aus dem Wasser holen, sie anschließend womöglich aus unwegbarem Gelände bergen – das ist Aufgabe von Strömungsrettern. Knapp 20 aus ganz Deutschland trafen sich an den Osterfeiertagen in Nachrodt. Die Feuerwehr der Doppelgemeinde verfügt als einzige im Märkischen Kreis über solche Einsatzkräfte und ist in das deutschlandweite Netzwerk der Strömungsretter eingebunden. Deshalb lag es nahe, dass sie auch einmal Gastgeber sein sollte zur alljährlich stattfindenden „Osterflut“.

Dass es geklappt habe, sei auch der Hagener Feuerwehr zu verdanken, sagte am Freitag Kreisbrandmeister Michael Kling. Die habe nämlich dafür gesorgt, dass Strömungsretter einen Tag lang auf der Regattastrecke in Hohenlimburg trainieren durften. Dort hieß es immer wieder „Pizza, Pizza“ – das Codewort für „Hilfe, Hilfe“. „Würden wir wirklich um Hilfe rufen, könnten Passanten das falsch verstehen“, erklärte Axel Manz aus Ludwigsburg, der als Instruktor viele Tipps für die Strömungsretter parat hatte.

Dass das Wasser keine acht Grad „warm“ war, machte den Rettern nichts aus: Dicke Neopren- oder Trockenanzüge hielten sie warm. Weitere obligatorische Ausrüstungsgegenstände sind trittfeste Schuhe, Schwimmweste, Helm, Karabiner, jede Menge Seile und ein Messer, das immer griffbereit sein muss.

Mal stürzten sich die Strömungsretter in die Fluten, wenn es wieder einmal „Pizza, Pizza“ hieß, mal flogen Seile in die Richtung des Menschen, der da gerettet werden sollte. Diese Seile sind einerseits Segen, können andererseits aber schnell zur großen Gefahr werden. Verhakt sich eins irgendwo, dann drückt die Strömung den Retter, den es sichern soll, unter Wasser. Deshalb ist das Messer wichtig.

Ideale Übungsbedingungen biete der Wildwasserpark in Hohenlimburg, lobte Kling. Mit den dort trainierenden Kanuten kamen die Fachleute von Feuerwehren und DLRG-Verbänden gut klar. Das ist kein Wunder: Viele der Rettungstechniken, die am Freitag demonstriert wurden, haben ihren Ursprung im Kanusport.

Lenne, Volme, Hönne – das seien die Gewässer im Märkischen Kreis, an denen Strömungsretter zum Einsatz kommen könnten, sagt Kling. Er hat sich deshalb vorgenommen, weitere Feuerwehren für dieses Thema zu interessieren, um bei Unfällen schnell Fachleute vor Ort zu haben. Auch bei Hochwassern könne es Situationen kommen, in denen die Strömungsretter anderen Hilfsorganisationen Unterstützung geben könnten, ergänzte Axel Manz.

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