Pizza vom Grill von "Zauberer" Jan Schneider

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Die griechische Variante vom Grill.

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Grillgott - es kann nur einen geben. Und er kommt aus Nachrodt. Wenn ihm mal ein Malheur passiert, dann lässt er es verschwinden. Doch gesehen hat das noch niemand. Für Jan Schneider gibt es keine Grillsaison. Grillen ist jetzt und immer.

Er grillt bei Sturm, Gewitter, Silvester, bei Schnee, mit Grillpfannen oder mit Birkenholz, mit Ölfässern oder Elektro. Heute gibt es Pizza auf dem Gasgrill von Rösle, der auf dem Balkon am Oberen Steinwinkel steht.

Seit ein paar Wochen experimentiert der sympathische Nachrodter die runde Leckerei aus. Tatsächlich ist es das Köstlichste, was in Sachen italienische Kochkunst gerade zu haben ist.

Am Rand herrliche braune Blasen, das dreieckige Stück beugt sich vorne wie ein Drei-Meter-Sprungbrett, ohne dass der Belag herunterrutscht. Name: El Greco a la Nachrodt.

Wir probieren also die griechische Variante mit dünn aufgeschnittenen Nackensteaks, roten Zwiebeln, Fetakäse und Knoblauch. Das Geheimnis ist der Teig. Und: der Schamottstein. Mit 350 Grad erreicht er eine Hitze, die ihresgleichen sucht.

„Ich habe erst mit Flammkuchen angefangen. Aber das ist gründlich daneben gegangen“, schmunzelt der 52-Jährige, der zu Weihnachten ein Drei-Gänge-Menue auf dem Grill zauberte. Als Vorspeise gab es Wildburger (Wildschwein). Hauptspeise war eine gegrillte Entenbrust auf Spitzkohlgemüse mit Fächerkartoffeln. Und zum Nachtisch wurde eine gegrillte Banane mit Vanilleeis gereicht.

Zack-zack und fertig ist unter der Grill-Ehre

Es versteht sich also von selbst, dass es Steaks, schwarz wie eine Schuhsohle, nicht im Hause Schneider gibt. Und zack-zack, drauf und fertig, ist weit unter der Grill-Ehre. „Genießen ist die Kunst, nicht das Grillen“, sagt Jan Schneider, der den Pizza-Teig übrigens 72 Stunden vor dem Tag der Tage zubereitet und portioniert hat. 200 Gramm Teig für eine 24/26er-Pizza. Das passt.

Und man achte auf das Mehl: Es heißt Farina 0 von Caputo Napoli Manitoba Oro. „Es ist völlig anders als das normale Mehl, wenn der Teig wie ein Keks schmeckt“, erklärt der Fachmann. Dazu gibt es Hartweizenmehl und Biertrockenhefe, Olivenöl und Meersalz. Der Belag variiert ganz nach Familiengeschmack.

Jan Schneider

Jan Schneider selbst isst immer zuletzt - und heute Pizza pur mit Tomatensauce und Liebstöckel. Letzteres gehört übrigens auch ganz unbedingt in eine Kartoffelsuppe. „Viele Leute wissen ja gar nicht, was sie mit dem Kraut anfangen sollen“, grinst Jan.

 Pizza auf dem Grill, die möchte der Brückenbauingenieur auch mal für seine Nachrodter Feuerwehrjungs backen. „Vielleicht zur Fußball-WM. Aber dann benötige ich bestimmt sechs Kilo Mehl“, vermutet der Grill-Zauberer, der sich als „Küchenbulle“ gern um die Verpflegung der Feuerwehrkameraden kümmert.

Durch die Feuerwehr fühlt er sich mittlerweile auch heimisch in der Gemeinde, nicht mehr als der fremde Zugezogene. Aus Leipzig ist er 2002 „in den Westen übergesiedelt“, arbeitet beim Landesbetrieb StraßenNRW und ist auch beim Arbeitskreis Weihnachtsmarkt dabei.

"Mit dem Teigroller kann ich nicht umgehen"

Was macht die Pizza? „Jetzt fängt sie an zu tanzen“, lacht Jan Schneider mit einem Blick in den Grill. Der Teig tut das, was er tun soll. Exakt sieben Minuten: Die Uhr klingelt. Die perfekte Pizza ist ebenso perfekt fertig. Hier wird nichts dem Zufall überlassen.

Auch kommt kein Teigroller („damit kann ich nicht umgehen“), sondern ein scharfes Messer aus dem Set zum Einsatz. Natürlich erst, nachdem das Essen geruht hat. Getrockneter Oregano als I-Tüpfelchen. „Ich krieg es langsam ‘raus“, freut sich der Nachrodter über das gelungene Essen. Keine Frage: Mit dem Geschmack ist es ganz einfach: Man nehme einfach nur das Beste.

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