Pilotprojekt „Feuerwehrensache“ angelaufen

Gemeindebrandinspektor Michael Kling.

Nachrodt-Wiblingwerde - Der Einsatz im Vorfeld hat sich ausgezahlt: Seit Anfang des Jahres ist der Märkische Kreis als Pilotkreis für das Projekt „Feuerwehrensache“ anerkannt. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt des NRW-Innenministeriums und des Verbands der Feuerwehren in NRW. Um was es geht, steckt bei näherer Betrachtung im Wort: „Feuerwehr“ und Ehrensache.

Eine Priorität liegt dabei auf dem Thema Ausbildung. Durch eine Reihe von Veränderungen soll hier künftig das Engagement der Ehrenamtler erleichtert werden. Die Fäden laufen im Arbeitskreis Ausbildungsoffensive zusammen, dem Gemeindebrandinspektor Michael Kling als einer der beiden Stellvertreter des Kreisbrandmeisters angehört. Außerdem entsendet jede Feuerwehr aus dem Kreisgebiet je einen Vertreter in dieses Gremium.

Die Freiwillige Feuerwehr stellt mit 80 000 ehrenamtlichen Mitgliedern eine tragende Säule im Bereich der Gefahrenabwehr dar.

Um die Handlungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr nachhaltig zu stärken, wurde das Gemeinschaftsprojekt „Feuerwehrensache“ des Innenministeriums und des Verbandes der Feuerwehren in NRW ins Leben gerufen. Die Zielsetzung des Projekts besteht darin, das Ehrenamt in der Freiwilligen Feuerwehr zu stärken und so letzlich mehr Menschen für die Freiwillige Feuerwehr zu begeistern.

In verschiedenen Workshops und Arbeitsgruppen werden konkrete Ideen für Pilotprojekte zur Stärkung des Ehrenamtes erarbeitet. Michael Kling nennt zwei Beispiele. Da ist zum einen die ABC-Ausbildung. Sie nimmt derzeit acht Wochenenden in Anspruch. Für Feuerwehrmitglieder, die beispielsweise im Einzelhandel tätig sind, sei das kaum zu leisten. „Es bekommt niemand acht Samstage hintereinander frei“, weiß Kling. Abhilfe soll hier künftig eine Modul-Ausbildung schaffen. Ein anderer Ansatz zur Erleichterung bei Terminschwierigkeiten wird in einer örtlich übergreifenden Ausbildung gesehen. „Es muss nicht alles in der heimischen Wehr passieren“, meint Michael Kling. So solle beispielsweise ein Feuerwehrmann aus Hemer auch Ausbildungstermine in Meinerzhagen besuchen können. Letzlich dürfe es keine „heiligen Kühe“ geben – Querdenken sei gefragt.

Der Gemeindebrandinspektor erwartet, dass man das Jahr 2015 für die Erarbeitung der neuen Konzepte benötigen wird. In 2016 könne man dann wohl damit beginnen, nach den erleichterten und neu formulierten Regeln auszubilden. Letztlich werde man sicher ein Zeitfenster bis 2020 benötigen, bis die „Feuerwehrensache“ komplett unter Dach und Fach ist. - Thomas Keim

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