In Nachrodt-Wiblingwerde

Pickup für die Feuerwehr - Kauf per Dringlichkeitsbeschluss

So wie das Fahrzeug der Lüdenscheider Feuerwehr wird auch der Pickup der Nachrodt-Wiblingwerder von der Firma Holzapfel ausgestattet.
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So wie das Fahrzeug der Lüdenscheider Feuerwehr wird auch der Pickup der Nachrodt-Wiblingwerder von der Firma Holzapfel ausgestattet.

Die Nachrodt-Wiblingwerder Feuerwehr bekommt ein neues Fahrzeug: einen Pickup, der sich je nach Einsatz umrüsten lässt. Den hat die Gemeinde per Dringlichkeitsbeschluss gekauft. Sie musste schnell zuschlagen.

Nachrodt-Wiblingwerde – Er schafft jedes unwegsame Gelände, kann umgerüstet werden und wird der Feuerwehr extrem weiterhelfen: Einen Nissan Navara hat die Gemeinde angeschafft. Per Dringlichkeitsentscheidung. „Es stand noch Geld im investiven Bereich zur Verfügung, das absehbar nicht anderweitig benötigt wurde. Und es war haushaltstechnisch möglich, es zu verwenden“, erklärt Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Da die Fahrzeuge extrem gefragt sind, wollte die Gemeinde bei einem guten Angebot aus Bochum schnell zuschlagen. Deshalb die Dringlichkeitsentscheidung, die die Bürgermeisterin mit ihrem Stellvertreter Michael Schlieck traf und die später vom Rat genehmigt wurde. „Wir hatten bei verschiedenen Händlern angefragt und uns auch online bemüht, aber immer, wenn wir anriefen, waren die Fahrzeuge schon weg“, sagt Birgit Tupat.

Bei Unwetter fehlte Pickup schmerzlich

41 000 Euro hat der Wagen gekostet, der auch schon in Nachrodt eingetroffen ist, jetzt aber von der Firma Holzapfel umgebaut wird. „Diese Firma hat auch schon andere Fahrzeuge im Kreis ausgestattet, sodass man mit den anderen kooperieren kann“, erklärt die Bürgermeisterin. Der Nachrodt-Wiblingwerder Feuerwehr-Pickup wird wie das Fahrzeug der Lüdenscheider Einsatzkräfte aussehen.

Aus einem wichtigen Grund stand die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Feuerwehr an: Bei den vielen Einsätzen im Unwetter war schmerzlich aufgefallen, „dass wir kein kleines, wendiges Einsatzfahrzeug haben“, so Wehrleiter Mark Wille. Mit dem Bulli waren die Fahrten teilweise mehr als grenzwertig. Ein Pickup mit Allrad dagegen hätte aus Sicht der Feuerwehr „richtig gute Dienste leisten können“.

Klaras Höhe: Retter müssen nicht mehr selbst schleppen

Ob es um Waldbrände, Unwetter oder Waldrettungen geht: Der Wagen kann mit verschiedenen, austauschbaren Kofferaufbauten für jede Lage schnell ausgerüstet werden. „Und er kann Wege fahren, wo man mit einem Lkw aufgrund der Größe, Breite und des Gewichts nicht hinkommt“, sagt Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz, selbst Mitglied der Feuerwehr. Mit dem Allradantrieb sei das Fahrzeug besser als jedes Mannschaftstransportfahrzeug.

Es soll auch bei Brandeinsätzen zum Beispiel auf Klaras Höhe eine Hilfe sein. Heute tragen die Feuerwehrmänner und -frauen alle Utensilien schweißtreibend steil berghoch. „Natürlich sind die Einsatzkräfte fit, aber wenn man die ganzen Prötteln den Berg hochtragen muss, ist das kein Zustand“, findet Birgit Tupat.

Sandsäcke per Maschine befüllen lassen

Apropos Zustand: Auf einen solchen wie beim Unwetter „kann sich keine Feuerwehr zu 100 Prozent vorbereiten“, heißt es in einer Vorlage zur jüngsten Sitzung des Rates. „Gleichwohl können aus diesen Einsätzen natürlich wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, die sich sodann auch auf die Beschaffungen auswirken.“

Direkt nach dem Unwetter wurde Ausrüstung sofort bestellt: zwei zusätzliche Hochleistungspumpen mit entsprechendem Zubehör, Spannungswarner, um unter Wasser stehende Objekte auf Strom zu testen, Regenjacken, Nass- und Trockensauger, weitere Kellerentwässerungspumpen, die ohne Personal vor Ort verbleiben können, Personenschutzschalter und Gummistiefel. Weitere Ideen sind eine Sandsackfüllmaschine, ein transportabler Hochwasserschutz und eine Ergänzung der Waldbrandausstattung. Die Ratsmitglieder hatten zu diesem Thema – anders als sonst – keinen Redebedarf. Die CDU hatte bereits im Juli einen Antrag gestellt, „dass unsere Feuerwehr für Naturkatastrophen angemessen ausgerüstet ist.“

Gefahrenabwehr-Plan für Katastrophenfall

„Gibt es neue Informationen zu präventiven Maßnahmen?“, fragte Jens-Philipp Olschewski, Fraktionsvorsitzender der CDU. Seit 30 Jahren gibt es in der Gemeinde einen Gefahrenabwehrplan, der kontinuierlich vom Ordnungsamt fortgeschrieben wird. „Da geht es zum Beispiel darum, wo im Evakuierungsfall wie viele Betten sind, oder wo man im Katastrophenfall Sprit herbekommen kann. Da sind grundlegende Dinge geregelt“, so Bürgermeisterin Birgit Tupat.

Zudem gibt es eine Vereinbarung zwischen dem Märkischen Kreis und allen Kommunen zur Hochwasserkartierung, insbesondere für die kleinen Bachläufe, die beim Unwetter zu reißenden Flüssen geworden waren. Der Auftrag wird erweitert. „Da werden auch hydraulische Berechnungen einfließen. Das wird ein Programm, mit dem man für alle Grundstücke die Hochwassergefährdung nachschauen kann“, so Birgit Tupat.

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