Humorige Einlagen zum Auftakt des Wiblingwerder Musiksommers

Katzenjammer in der Dorfkirche

„Hänsel und Gretel“ in der Kirche: Der Auftakt zum Wiblingwerder Musiksommer unter anderem mit Katrin Altmann (l.) und Adelheid Neserke (r.) am Sonntag war alles andere als eine langweilige Angelegenheit. Foto: Hornemann

NACHRODT-WIBLINGWERDE - Katzenjammer in der Dorfkirche war der krönende Abschluss der Auftaktveranstaltung beim Wiblingwerder Musiksommer am Sonntag.

Das Ensemble Piano4Voci hatte dort rund 40 Gästen einen stimmungsvollen Konzertnachmittag beschert, der nicht nur mit starken Stimmen, sondern auch humorigen Einlagen begeisterte.

Es braucht keine große Bühne für Mozarts „Don Giovanni“ oder „Die Zauberflöte“, Verdis „La Traviata“ und Puccinis „La Bohème“. Den Sopranistinnen Katrin Altmann und Adelheid Neserke und dem Tenor Ralf Burek reichten kleine Gesten, um ausgewählte Arien aus diesen Werken ihrem Publikum stimmungsvoll vorzutragen. Das begann schon mit einem dezenten Lauschangriff durch Ralf Burek, als Adelheid Neserke die Rosen-Arie aus der „Hochzeit des Figaro“ zum Besten gab.

Das Anspiel ausgewählter Szenen kam im Laufe der Veranstaltung immer wieder vor. Zu Engelbert Humperdincks Stück „Brüderchen, komm tanz mit mir“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ tanzten Adelheid Neserke und Katrin Altmann entsprechend kostümiert und beschwingt durch den Altarraum. Für Hugo Wolfs Kunstlied „Im Schatten meiner Locken“ stellte sich Ralf Burek Adelheid Neserke als stummer und schlafender Duettpartner zur Verfügung.

Die Reise durch die Epochen großer Unterhaltungsmusik wurde ansprechend anmoderiert durch Anke Brauckmann. Kurze Hintergrundinformationen zu einzelnen Stücken, Zitate und zeitgeschichtliche Phänomene boten eine schöne Hilfestellung im abwechslungsreichen Programm.

Gisela Stahlschmidt begleitete die Vokalkünstler am Klavier und passte ihr Spiel gekonnt den humorvollen Einlagen an. Das galt insbesondere für das heitere Duett der zwei Katzen, die im futterneidischen Gejammer um ein Glas Milch buhlten.

Ralf Burek schloss solo mit dem Stück „Es leuchten die Sterne“ aus dem gleichnamigen Film und spendierte mit „Ein Lied geht um die Welt“ eine vielbeachtete Zugabe. Die Abendlieder aus der Feder Robert Schumanns und Felix Mendelssohn Bartholdys, die das Konzertende eingeleitet hatten, verfehlten jedoch ihre Wirkung: Müde war das Publikum nämlich noch lange nicht von den Klängen des Ensembles. Das lud ihr Publikum zu weiteren Vorstellungen ein und auch Kirchmeister Rainer Nowak verpasste es nicht, auf die kommenden sonntäglichen Höhepunkte des Wiblingwerder Musiksommers hinzuweisen: Das Duo „Ombre et Soleil“ gastiert am 4. August mitKammermusik von Johann Sebastian Bach in der Dorfkirche und am 18. August kommt Sascha Möllmann mit dem „Organ.groove“ nach Wiblingwerde. Tobias Bülow und Jens Rehbock schließen die Veranstaltungsreihe am 1. September mit einer meditativen Klangreise. Alle Konzerte beginnen um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird aber um eine Spende gebeten. - Ina Hornemann

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