Im Garten ist jeder sein eigener Komponist

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Elisabeth Klockner ist Floristin in der Gärtnerei Knop.

Nachrodt-Wiblingwerde - Pankrazi, Servazi und Bonifazi, sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie, die kalte Sophie. Ob die Eisheiligen in diesem Jahr sehr milde gestimmt sind? Für die Gartenfreunde ist es von großer Bedeutung: Pflanzen sie jetzt schon, weil sie die Blütenpracht vor Augen haben und es kaum mehr abwarten können, so kann bei Nachtfrost alles hinüber sein.

Die Eisheiligen sind in diesem Jahr vom 11. bis zum 15. Mai. „Früher haben sich alle an den Eisheiligen orientiert. Heute ist das anders. Das Wetter lockt, das Angebot ist groß. Da kann kaum jemand widerstehen“, erzählt Floristin Elisabeth Klockner in der Gärtnerei Knop. Von den möglichen eiskalten Luftströmungen aus den Polargebieten, die auf das Festland gedrückt werden und eventuell einen Kälteeinbruch bescheren, mal ganz abgesehen, gibt die Floristin ein paar Pflanztipps. Ausgangspunkt: ein kleiner Garten, der fröhlich daher kommen soll.

 Winterharte Pflanzen kommen jedes Jahr wieder – „wenn man düngt, dann schaffen sie es auch 20 Jahre.“ Wie die Zwerg-Rhododendren, die man gut ins Beet setzen kann und die es halbschattig bis sonnig mögen. Die Kleinen blühen schon jetzt – etwa eineinhalb Monate. Dazu passt beispielsweise eine Weide, die die schönen Weidekätzchen bekommt.

Eine Hängepetunie ist mehr als nur ein Blickfang.

Rosen, so sagt Elisabeth Klockner, sind mehr etwas für Liebhaber. „Sie sind zeitintensiv. Man muss sie zurückschneiden – im Herbst oder Frühjahr. Schneidet man sie im Herbst zurück und kurz darauf kommt der Frost, geht die Kälte in den Trieb hinein. Für Rosen benötigt der Gartenfreund ein sonniges Plätzchen. Zudem kann es Probleme mit Pilzerkrankungen geben – und mit Blattläusen beispielsweise. „Inzwischen gibt es aber Sorten, die mehltauresistent sind“, erzählt Elisabeth Klockner. Nicht so anfällig sind die Bodendecker-Rosen, die über den Boden kriechen und die sich gut an einem Hang machen würden.

Sehr schön im Einklang miteinander sind die Bellis, die mit ihren fröhlichen Pompon-Blüten Spaß und Leichtigkeit ins Beet bringen, und die Stiefmütterchen. Nur das Stiefmütterchen kommt im nächsten Jahr nicht wieder. Ebenfalls kein „Dauerbrenner“, aber bildschön: Verbenen, Petunien und Mini-Petunien, die in den Sommermonaten unermüdlich blühen. Die welken Blätter knipst man einfach ab. Flüssigdünger alle drei Wochen unterstützt die Pracht.

Ein Garten ist eine Kunst für sich – und jeder mag es anders. Mohn sieht fantastisch aus, aber er blüht nicht so lange. Die Margeriten sollte man nicht im Topf lassen, sondern auspflanzen, „dann können sie sich besser entfalten“, sagt die Floristin. Ganz interessant ist auch die Pflanze Phlox, die viele unter dem Namen Flammenblumen kennen. Es gibt so viele Arten, sodass man mit ihnen einen Garten vom Frühjahr bis zum ersten Frost in prächtiger Dauerblüte gestalten kann.

Kurz zurück zu den Eisheiligen: Wer sich jetzt beispielsweise an fleißige Lieschen erfreut und dann doch der Frost noch einmal kommt, kann die Blume entsorgen. „An der Hauswand ist es meist wärmer und geschützter, aber im Garten geht die Pflanze kaputt“, weiß die Fachfrau, die in der Gärtnerei Knop gern die Fragen der Kunden beantwortet.

 Wer „blühtechnisch“ auf der sicheren Seite sein will, der greift zu Geranien. Sie blühen den lieben langen Sommer. Und: Man kann sie auch im Keller überwintern lassen und somit ins nächste Jahr retten. Wer Ranken liebt, könnte Schneeflöckchen pflanzen. Bei diesem üppigen Dauerblüher sitzt zwischen Mai bis in den Oktober hinein eine Blüte neben der nächsten. Allerdings nur ein einziges Jahr – außer, die Blume bekommt ein warmes Winterquartier.

 Stauden dagegen sind winterhart und mehrjährig – wie das tränende Herz. Von Trauer kann bei dieser Blume aber keine Rede sein. Blütezeit: April bis Juni. Sie blüht nicht nur üppig, sondern bildet auch zahlreiche lange Triebe aus, die nach und nach herunter hängen. Das Problem: 2017 wurde das Tränende Herz zur Giftpflanze des Jahres gewählt, weil der Pflanzensaft Isochinolin-Alkaloide enthält, die reizend auf Haut und Schleimhaut wirken können. Apropos Stauden: Die Stauden sollten vor dem Einpflanzen ausgiebig gewässert werden. Und: Für eine üppige Staudenpracht ist die Standortauswahl wesentlich. Wer einen schattigen Garten hat, sollte Schattenstauden wählen, wie die Elfenblume, Staude des Jahres 2014. Nicht so sehr für den Garten, aber für den Friedhof sind die Eisbegonien. Sie haben feste Blätter und den großen Vorteil, dass sie wenig Wasser benötigen. Und sonst? Gilt immer: Mit „Geduld und Spucke“ ist jeder Gärtner sein eigener Komponist.

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