Pferdehof in Rennerde

Tierischer Einsatz auf der Waage

Tag der Wahrheit für Wallach Jeff: Seine Besitzerin Miriam Kollar (l.) lässt ihn von Birgit Radtke auf der Pferdewaage wiegen.
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Tag der Wahrheit für Wallach Jeff: Seine Besitzerin Miriam Kollar (l.) lässt ihn von Birgit Radtke auf der Pferdewaage wiegen.

Tag der Wahrheit für Jeff und seine fünf Stallkollegen: Die Pferde mussten auf die Waage. Kein ganz leichtes Unterfangen, aber im Notfall lebenswichtig.

Nachrodt-Wiblingwerde – Jeff hat einen wichtigen Termin. Das Pferd muss auf die Waage. Natürlich kann das große Tier nicht auf eine normale Waage. Dafür wird ein spezielles Gerät gebracht – extra aus Dortmund.

Birgit Radtke ist die Frau der Waage. Die Dortmunderin reist mit einem speziell umgebauten Pferdeanhänger nach Rennerde. Etwa zehn Minuten dauert es, bis die Waage abgeladen und aufgebaut ist. Das große Gerät steht mitten auf der schmalen Hofeinfahrt.

Überzeugungsarbeit mit Leckerlis

Derweil hat Miriam Kollar ihr Pferd von der Wiese geholt. „Jeff war sehr krank. Er hatte Ende November eine Kolik und musste operiert werden. Jetzt wollen wir sein Gewicht checken. Optisch sieht er wieder gut aus. Mal sehen, was die Waage sagt“, erklärt die Reiterin.

Der Wallach ist zunächst noch ein wenig skeptisch. Die Waage auf dem Boden ist ihm nicht ganz geheuer. Vorsichtig setzt er einen Huf nach dem anderen darauf. Doch bevor Radtke das Gewicht ablesen kann, ist er auch schon wieder runter. „Da muss man Geduld haben“, erklärt die Pferdewiegerin.

589 Kilo - gut in Form

Die meisten Pferde hätten zunächst ein wenig Respekt vor der fremden Situation. Dafür hat sie ein Geheimrezept. Sie greift in ihre Tasche und fischt ein Leckerchen heraus: „Bestechung hilft meistens. Wenn er drauf ist, einfach geben, dann hält er lange genug still.“

Es klappt. Jeff isst in aller Ruhe und mit Genuss seine Belohnung, während Birgit Radtke das Gewicht dokumentiert. 590 Kilogramm bringt der Wallach auf die Waage. „Jetzt messen wir noch das Stockmaß“, erklärt die Dortmunderin. Wie beim Menschen auch, stehen Größe und Gewicht natürlich in Relation zueinander.

Und auch die Rasse spielt eine wichtige Rolle. Ein Kaltblut ist von Natur aus schwerer als ein Vollblüter. Das habe aber nichts mit Über- oder Untergewicht zu tun, betont Radtke.

Pferdehalter sollte Gewicht seines Tieres kennen

Mit einer Messlatte wird Jeff nun vermessen. 1,75 Meter ist er groß. „Es geht bei diesen Wiegeterminen eigentlich nicht darum, zu sagen, dass ein Pferd zu dick oder zu dünn ist. Das kann man auch mit dem bloßen Auge erkennen.

Dennoch sollte unbedingt jeder wissen, was sein Pferd wiegt – vor allem für eventuelle Gesundheitsfragen“, erklärt Radtke. Medikamente beispielsweise müssen oft nach Gewicht dosiert werden. Bei Schätzungen lägen die meisten Besitzer jedoch bis zu hundert Kilogramm daneben. So könnte aus einem harmlosen Medikament schnell ein gefährlicher Cocktail werden.

Harlekin ist der schwerste im Stall

„Mir ist das Gewicht auch wichtig, da ich viel mit dem Anhänger unterwegs bin. Beispielsweise, um zum Training zu fahren oder auf Turniere. Überschreite ich mit ihm das zulässige Gesamtgewicht meines Anhängers oder die Zuglast meines Fahrzeugs, erlöscht der Versicherungsschutz und wir bringen uns eventuell selbst in Gefahr“, erklärt Miriam Kollar.

Jeff ist an diesem Tag nicht das einzige Pferd, das gewogen wird. Auch seine fünf Stallkollegen dürfen auf die Waage. Der schwerste ist Harlekin, ein Rheinisch-Deutsches Kaltblut. 763 Kilogramm bringt er bei 1,61 Metern auf die Waage. Für Radtke nichts Besonderes: „Da gibt es schon deutlich schwerere Kandidaten.“ Von Rennerde ging es für das Team der Pferdewaage übrigens weiter nach Rosmart. Auch dort stand eine Gewichtskontrolle auf dem Programm.

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