Pferde ohne Schutz vor Wind und Wetter

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Der Zustand von etwa 20 Pferden auf einer Koppel in Nachrodt hat Tierschützer, Polizei und Kreisveterinär auf den Plan gerufen. Am Mittwoch transportierte der Besitzer die Tiere dann ab. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Der Zustand von gut 20 Pferden auf einer Koppel im Dümpel hat am Dienstagabend Tierschützer und die Polizei auf den Plan gerufen. Auch der Kreisveterinär wurde eingeschaltet, weil die Tiere auf Tierschützer einen verwahrlosten Zustand machten.

Schon seit Wochen stünden die Pferde bei Wind und Wetter ohne einen trockenen Unterstand auf der Wiese, beklagte Hartwig Neuhaus, Vorsitzender des Tierschutzvereins Altena, im Gespräch mit dem Altenaer Kreisblatt. Und die aktuelle Situation sei keineswegs ein Einzelfall: „Das ist jedes Jahr das gleiche Theater“, so Neuhaus. Pferde müssten bei Wetter, wie es derzeit herrsche, zumindest einen an drei Seiten geschlossenen Unterstand als Witterungsschutz haben und auf einem trockenen Untergrund stehen können, so Neuhaus. Das Altenaer Kreisblatt konnte sich gestern Morgen davon überzeugen, dass beides im Dümpel nicht gegeben ist, obwohl die EU-Tierschutzrichtlinie dies vorschreibt. Pferden, die durchnässt im Wind stehen, droht eine Erkältung oder schlimmstenfalls eine Lungenentzündung. Bei morastigem Untergrund können sie von Hufkrankheiten wie Mauke befallen werden.

Außerdem beklagte Neuhaus, dass die Tiere auf der Koppel kein Futter mehr finden, da der Besitzer, ein Landwirt aus Iserlohn, ihnen kein zusätzliches Futter wie beispielsweise Heu bereitstellt. Der Besitzer selbst war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Am Abend waren allerdings sämtliche Pferde von der Koppel verschwunden.

Ob der Besuch des Kreisveterinärs den Ausschlag gegeben hat, erscheint zweifelhaft. Laut Hartwig Neuhaus hat dieser am Mittwoch nämlich keinen Anlass gesehen, den Zustand der Pferde zu bemängeln. „Ein guter Zustand sieht anders aus“, schüttelt Neuhaus den Kopf. Der Märkische Kreis gab zu den Vorgängen bis Redaktionsschluss trotz Anfrage keine Stellungnahme ab. In die Kritik geraten war der Amtstierarzt kürzlich auch in Altenaffeln. In dem Neuenrader Stadtteil waren Pferde unter noch schlechteren Bedingungen in völlig verdreckten Boxen gehalten worden. Tierschützer warfen dem Kreisveterinär dort vor, „die Sache ausgesessen“ zu haben. ▪ vg

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