Pfarrer Kube sagt ein spannendes Jahr voraus

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Die Comedian Harmonists aus Letmathe sorgten mit ihren Verrenkungen zur Musik der legendären A-capella-Gruppe beim Neujahrsempfang im Evangelischen Gemeindehaus für heitere Momente. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Wo sind wir beheimatet?“, fragte Pfarrer Wolfgang Kube zu Beginn des Neujahrsempfangs der Evangelischen Gemeinde Nachrodt-Obstfeld am Sonntagmorgen. „Zuhause bietet einen Grund“, erklärte er. Es sei aber auch etwas, das der Mensch immer wieder neu suchen müsse. Schon im Neuen Testament – genauer: in den Hebräerbriefen – sei nachzulesen, dass Christen „ein Volk auf Wanderschaft“ seien.

„Zuhause ist nicht unbedingt ein Ort, sondern es sind eher Menschen“, glaubte Kube. Den rund 60 Anwesenden erklärte der Geistliche: „Heimat ist niemals abgeschlossen.“ Der Mensch müsse sich immer wieder verändern, Neues lernen und Neues kennen lernen. Aber er erläuterte: „Für Christen sind Gott und die Kirche das Zuhause.“ So bedeute Kirche nach seinem griechischen Wortstamm her: „Die, die zum Herrn gehören“.

Der Glaube sei somit eine Konstante im Leben. Darüber hinaus aber bringe jedes neue Jahr „Zäsuren mit sich, von denen nie klar ist, was sie bewirken“. Auch 2012 werde für ihn und jedes einzelne Mitglied der Gemeinde spannend, sagte Kube voraus. Klar sei indes, dass es ab Ende April eine Palliativ-Gruppe geben werden. Deren fünf Mitglieder – zwei davon sind Katholiken – seien bereits in der Ausbildung, berichtete der Pfarrer. Die Palliativ-Medizin zielt nicht auf die Heilung der Kranken ab, sondern auf deren Schmerzlinderung. Häufig ist bei solchen Gruppen also auch von Hospizdiensten oder Sterbebegleitung die Rede, ein Ausdruck, der, so betonte der Pfarrer, ihm aber nicht gefalle. „Solch eine Arbeit ist häufig sehr persönlich“, wusste Kube. „Und manchmal kann sie ganz schön kräftezehrend sein.“ Deshalb dankte er den fünf Gründungsmitgliedern der Palliativ-Gruppe nur umso mehr: Anne Heß-Müller, Petra Hütting, Gerlinde Sülberg-Müller, Rolf Sadowski sowie Hans Wehr bilden das Quintett, das sich künftig in Gesprächen mit Kranken und Leidenden beschäftigen wird. Auch wenn der Start erst in einem Vierteljahr sein werde, könnten sich an der Arbeit Interessierte bereits jetzt unter Tel. 01 57/88 33 96 00 melden.

Zum Abschluss des rund einstündigen Programms zum Neujahrsempfang kamen die Comedian Harmonists aus Letmathe in den Saal. Das legendäre Berliner A-capella-Ensemble existierte von 1927 bis 1935. Die Iserlohner Gäste interpretierten die bekannten Stücke von „Ein Freund, ein guter Freund“ über „Mein kleiner grüner Kaktus“ bis hin zu „Ich wollt’, ich wär’ ein Huhn“ nur durch Lippenbewegungen zum Playback der Original-Aufnahmen aus den 20er- und 30er-Jahren. Dabei waren die Rollen nicht eindeutig verteilt. So wurde aus einem tiefen Bass beim nächsten Stück auch mal ein glockenheller Tenor. Die Verrenkungen der sechsköpfigen Gruppe führten aber zu sehr amüsiertem Gelächter im Publikum des Gemeindesaales.

Im Anschluss an die musikalische Darbietung gab es schließlich eine warme Suppe zum Ausklang des gemütlichen Beisammenseins. ▪ kol

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