Parkchaos an der Geschwister-Scholl-Straße: Anwohner sind sauer

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Kaum ein Durchkommen gibt es an der Geschwister-Scholl-Straße.

Nachrodt-Wiblingwerde – Demolierte Zäune, Müllwagen, die nicht durchkommen, und  Fußgänger, die sogar angefahren werden: So sieht die aktuelle Verkehrslage an der Geschwister-Scholl-Straße aus. Die Anwohner sind sauer.

„Es kann auch gefährlich werden, wenn hier mal der Rettungswagen kommt“, meint eine Anwohnerin. Fakt ist: Alle regen sich auf, aber viele wollen ihren Namen nicht in der Zeitung lesen.

 Einer, der zu seiner Meinung steht, ist Rainer Tusch. Der 68-Jährige ist seit vier Jahren Mieter einer Wohnung des Pertheshauses. „Der Kindergarten ist das größte Problem“, klagt der Rentner. 

Aber auch das Altersheim schaffe Park-Probleme: „Die Mitarbeiter parken alles zu“. Die wenigen Parkplätze, die für das Personal vorgesehen sind, würden nicht ausreichen. „Egal zu welcher Uhrzeit, man bekommt keinen Parkplatz“, sagt der Rentner. „Vor dem Bau des Altersheims wurde nicht bedacht, dass die Mitarbeiter auch Autos haben.“ 

Tiefgarage als Lösungsvorschlag

Rainer Tusch hat einen Lösungsvorschlag: „Eine Tiefgarage unter dem Zirkuswagen der Kita würde die Parksituation entlasten. Oder man baut gleich eine Tiefgarage unter das Perthes-Werk, aber das ist wahrscheinlich nicht mehr möglich.“ 

Dass so viele Autos überhaupt notwendig sind, begründet er mit der mangelnden Infrastruktur in Nachrodt. „Das nächste Geschäft ist der Edeka. Sollen die alten Leute da alle hinlaufen?“, fragt sich der gebürtige Werdohler. 

Gottesdienste, Feiertage und Jahresfeiern machen die Parksituation besonders schlimm. Dann sei es nahezu hoffnungslos, einen Parkplatz zu finden. Dennoch lobt der Pensionär, dass an der Straße zwei Behindertenparkplätze eingerichtet worden sind. 

Die Meinungen der Bürger an der Geschwister-Scholl-Straße kommen auf einen Nenner: Die Besucher und Mitarbeiter des Pertheshauses und der Awo-Kita werden für das Chaos verantwortlich gemacht.

Wagen demoliert und geflohen

Aber auch die Angesprochenen selbst sind nicht glücklich mit der Situation: „Vor zwei Tagen hat jemand beim Ausparken meinen Wagen zerdeppert und ist einfach weggefahren“, sagt Grazyna Kowalski, Pflegedienstleiterin im Pertheshaus. 

Rainer Tusch wünscht sich eine Tiefgarage.

Und es sei schon mehreren Mitarbeitern passiert, dass sie ihre Autos nach Feierabend demoliert vorgefunden hätten. „Aber niemand hängt einen Zettel dran. Alle verschwinden einfach“, sagt Grazyna Kowalski. Das Parkplatzproblem fange schon morgens an, „dann fahren wir hier durch die Gegend, um einen Platz zu finden. 

Eltern "blockieren hier alles"

Vor allem die Mütter der Kindergartenkinder blockieren hier alles“. 70 Kinder sind in der Awo-Kita. „Und die müssen ja irgendwie hierhin kommen“, sagt Erzieherin Mona Schmöle. Viele Eltern seien berufstätig, sodass sie nicht zu Fuß kommen könnten, sondern gleich weiterfahren müssten. Als Hauptschuldige des Desasters möchte Mona Schmöle die Eltern auf keinen Fall sehen. 

„In den Stoßzeiten kann es etwas drubbelig werden, das stimmt. Gegenseitige Rücksichtnahme wäre wünschenswert.“ 

Bürgerbus und Müllautos kommen kaum durch

Unterdessen schimpfen die Anwohner weiter: „Lobbe kommt nicht durch. Die Fahrer hupen dann immer und denken, dass das mein Auto ist, das den Weg versperrt“, erklärt eine Anwohnerin im AK-Gespräch. 

Auch der Bürgerbus, der stündlich fährt, habe Probleme, durch die enge Straße zu fahren. Häufig habe sie schon versucht, mit dem Ordnungsamt in Kontakt zu treten, „aber es kommt keiner, wenn ich anrufe“. 

Dass die Anwohnerin kein Auto besitzt, macht die Situation nicht besser: „Ich wurde schon dreimal angefahren, aber das ging nochmal gut.“ Auch der Zaun ihres Einfamilienhauses ist bereits in Mitleidenschaft gezogen worden. „Ich habe eine Autobahn vor der Tür“, sagt sie zur Verkehrssituation. 

In unmittelbarer Nähe zum Altersheim kommt es häufig vor, dass Leute vor der Hecke der gebürtigen Nachrodterin parken. „Wenn die Hecke geschnitten werden soll, hänge ich immer einen Zettel auf, damit die Autos nicht direkt davor parken.“ 

Darum gibt es keine Verbotsschilder

Ob sie wegziehen soll, habe sie sogar auch schon überlegt. Es habe sogar jemand Interesse an ihrem Haus bekundet, doch sie sei unsicher. „Ich bin gebürtige Nachrodterin. Ich habe mein ganzes Leben hier gelebt.“

Ordnungsamtsleiter Sebastian Putz weiß von der Problematik an der Geschwister-Scholl-Straße: „Wir können aber nicht immer und überall gleichzeitig kontrollieren. Natürlich stehen wir auch mal da“, sagt Sebastian Putz. Ist das Ordnungsamt vor Ort, wird also gesittet geparkt. 

Verbotsschilder gibt es nicht, „weil es sich eigentlich ergibt, wie man zu parken hat. Es gibt auch eine Bushaltestelle. 15 Meter vor und hinter dem Schild darf man nicht parken“, sagt Sebastian Putz. Als Lösungsmöglichkeit, um die Situation zu entschärfen, sieht er nur das Ausweichen auf die von Bodelschwingh- oder Freiherr-vom-Stein-Straße. 

„Dann muss man etwas laufen. Aber das wird leider Gottes nicht getan.“ Übrigens: Dass ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr nicht durchgekommen ist, ist bisher noch nicht passiert. 

Wohl aber an der Schmalsgrotte, wo ein RTW nicht fahren konnte. Sebastian Putz sagt: „Das größte Problem hat der, der Hilfe in Anspruch nehmen muss."

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