Osterfeuer-Veranstalter haben viele Pflichten

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Osterfeuer locken auch in Nachrodt-Wiblingwerde viele Schaulustige an. Deshalb achtet die Gemeinde darauf, dass die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. ▪

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Noch zweieinhalb Wochen, dann gehen sie wieder überall in Flammen auf, die von Vereinen, Dorfgemeinschaften und anderen Gruppen aufgeschichteten Haufen aus Zweigen und Ästen. Zu Ostern sind diese Feuer ein beliebter Brauch. Damit es beim Abbrennen keinen Ärger gibt, sind allerdings einige Vorschriften zu beachten.

Zwar müssen Osterfeuer eigentlich nicht offiziell genehmigt werden, die Gemeinde achtet aber schon darauf, dass es sich um echte Brauchtumsfeuer handelt, die nur am 7. oder 8. April angezündet werden. Deshalb müssen alle geplanten Feuer zuvor bis zum 30. März im Amtshaus angemeldet werden. „Danach geht nichts mehr“, sagt Ortrud Itzigehl vom Fachbereich Sicherheit/Ordnung. Die Einhaltung des Termins sei deshalb so wichtig, erklärt sie, weil auch die Feuerwehr rechtzeitig über Ort und Zeitpunkt des Osterfeuers informiert werden müsse. Allerdings macht die Gemeinde das Verfahren denkbar einfach. „Ein Anruf genügt“, sagt Itzigehl. Ansprechpartnerinnen im Amtshaus sind Birgit Tupat (Tel. 02352/938317), Dirk Recker (Tel. 02352/938333) und Ortrud Itzigehl (Tel. 02352/938332).

Mit der Anmeldung des Feuers allein ist es allerdings nicht getan. Wer keinen Ärger mit Anwohnern oder sogar den Behörden riskieren will, ist gut beraten, sich an einige Grundsätze zu halten. So müssen bei der Wahl des Ortes, an dem das Feuer abgebrannt werden soll, Mindestabstände zu Wohnsiedlungen (200 Meter), Wohngebäuden und sonstigen baulichen Anlagen (100 Meter), öffentlichen Verkehrsflächen (50 Meter), befestigten Wirtschaftswegen (zehn Meter) und Wäldern (100 Meter) eingehalten werden. Auch muss sichergestellt sein, dass sich Besucher nur in einem ausreichenden Sicherheitsabstand zum Feuer aufhalten können. „Auf keinen Fall darf von dem Feuer eine Gefahr für Menschen, Tiere oder Sachwerte ausgehen“, fasst Ortrud Itzigehl zusammen und verweist in diesem Zusammenhang auf die Gefahr von Funkenflug, der auch durch kurzfristig aufkommenden Wind entstehen kann. Deshalb empfiehlt die Gemeinde auch, für den Notfall Löschwasser bereit zu halten. Personen, die mit der Beaufsichtigung des Feuers beauftragt sind, dürfen den Platz erst verlassen, wenn das Feuer erloschen ist. Sollte noch Glut vorhanden sein, muss die mit Erde abgedeckt werden, so dass kein Funkenflug mehr entstehen kann.

Und auch schon beim Aufschichten des Feuers sind einige Grundregeln zu beachten. So dürfen zum Beispiel nur pflanzliche Abfälle wie Äste und Zweige, Büsche und Bäume verbrannt werden. Mineralölprodukte, Altreifen, Möbel, Kunststoffe, behandelte Europaletten und Ähnliches darf nicht verbrannt und auch nicht zum Entfachen des Feuers eingesetzt werden. Unmittelbar vor Entzünden des Osterfeuers ist der Holzstapel umzuschichten, um zu verhindern, dass Tiere, die im Stapel Schutz gesucht haben, darin verbrennen.

Wenn das Feuer dann heruntergebrannt und Ostern vorbei ist, müssen schließlich auch noch die Spuren der Brauchtumsveranstaltung beseitigt werden. „Innerhalb von drei Tagen nach Abbrennen des Osterfeuers müssen die Brandstelle und die unmittelbare Umgebung von Abfällen und Brandrückständen gesäubert werden“, erinnert Ortrud Itzigehl an die letzte Pflicht eines Osterfeuer-Veranstalters. ▪ vg

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