Gemeinde schiebt fremden Nutzern einen Riegel vor

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Das Schild enthält keinen Hinweis auf eine verbotene Stadionnutzung durch Ortsfremde.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Mit ortsfremden Benutzern des Wilhelm-Mestekämper-Stadions haben die Gemeinde und die örtlichen Sportvereine so ihre Probleme. Ihnen soll nun ein Riegel vorgeschoben werden.

Die Benutzung des Nachrodter Stadions, insbesondere des Kunstrasenspielfeldes, durch Freizeitsportler aus umliegenden Städten war am Montagnachmittag das beherrschende Thema in der Sitzung des Sport- und Kulturausschusses der Gemeinde. Sobald die Nachrodter Sportvereine die Sportanlage freigeben, nutzen Ortsfremde dieses Vakuum und machen sich auf dem Kunstrasen breit. Verstärkt tritt dieses Phänomen am Wochenende auf – aber nicht nur dann, wie Uwe Perlowsky, Vorsitzender des Gemeindesportverbandes, beklagte. Oftmals müssten die hiesigen Sportvereine sogar mit den nicht autorisierten Benutzern diskutieren, um die ihnen zustehenden Trainingzeiten auch tatsächlich in Anspruch nehmen zu können, berichtete er. „Unsere Vereine bezahlen inzwischen für die Benutzung der Sportstätten, und diese Diskussionen gehen dann von der Nutzungszeit ab“, konnte Perlowsky die bei den Vereinen wachsende Verärgerung verstehen.

Die Gemeinde will diesen Zustand nun durch eine Reparatur der Umzäunung und ein abschließbares Stadiontor beenden. Das werde dann täglich vom Hallenwart der Turnhalle Holensiepen morgens geöffnet und abends wieder verschlossen, an den Wochenenden werde diese Aufgabe auf die nutzenden Vereine übertragen, schilderte Bürgermeisterin Birgit Tupat den Plan.

CDU-Fraktionschef Peter Herbel war jedoch skeptisch. „Möglicherweise helfen hier auch Zäune nicht“, befürchtete er, dass sich die fremden Benutzer von solchen Barrieren nicht aufhalten lassen. „Es muss endlich einmal durchgegriffen werden, denn schließlich ist das ja Hausfriedensbruch“, verlangte er nach der starken Hand von Ordnungsamt und Polizei. Sei erst einmal ein Exempel statuiert worden, werde schon Ruhe einkehren, so seine Hoffnung. Die Erteilung von Hausverboten und den Einsatz der Polizei kann sich bei Zuwiderhandlungen gegen ein Betretungsverbot auch Bürgermeisterin Tupat vorstellen.

Aber ganz so einfach könnte die ganze Sache am Ende dann doch nicht sein. So hatte nicht nur Ausschussmitglied Siegfried Kruse festgestellt, dass Ortsfremde eigentlich gar nicht wissen können, dass sie das Stadion nicht betreten dürfen. Er habe jedenfalls keinen entsprechenden Hinweis gefunden, gab er zu bedenken. Bürgermeisterin Tupat sprach zwar von einem Hinweis, dass das Stadion „nur mit Genehmigung der Gemeinde“ benutzt werden dürfte, doch die Realität sieht anders aus. An beiden Zugängen zur Sportanlage hängt zwar ein grünes Schild, auf dem die Benutzungszeiten („täglich von 7 bis 22 Uhr“) und mit Piktogrammen verschiedene Benutzungseinschränkungen angegeben sind. Von einem Benutzungsverbot für Ortsfremde ist allerdings keine Rede. Bei solcher Beschilderung, da dürfte Peter Herbel Recht behalten, helfen auch Zäune am Ende wahrscheinlich wenig. ▪ Volker Griese

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