Abschied von Axel Boshamer

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Die Blume bleibt, das Feuerwehrauto kommt mit. Axel Boshamer wechselt zur Bezirksregierung.

Nachrodt-Wiblingwerde - Es sind noch genau zehn Arbeitstage. Dann verabschiedet sich Ordnungsamtsleiter Axel Boshamer – durchaus mit einem weinenden Auge – aus Nachrodt-Wiblingwerde. Am 3. Juli startet er direkt neu durch: im Dezernat für Asylangelegenheiten bei der Bezirksregierung in Arnsberg.

 140 Bewerbungen gab es für insgesamt drei Stellen bei der Bezirksregierung. „Ich war doch überrascht, dass es geklappt hat“, schmunzelt der 54-Jährige. Es sind eher persönliche Gründe, die ihn aus der kleinsten Gemeinde des Märkischen Kreises weglocken. Und natürlich auch die Freude, noch einmal etwas Neues zu machen.

„Es ist aber schade, dass Sie gehen“, ist wohl der häufigste Satz, den er in diesen Tagen hört. In Nachrodt-Wiblingwerde sehr wertgeschätzt, fällt ihm der Abschied auch deshalb nicht leicht. „Ich mag die Menschen hier sehr“, sagt Axel Boshamer, der mit seiner Frau und seiner Tochter in Werdohl wohnt.

 Axel Boshamer ist gebürtiger Kiersper. In Meinerzhagen hat er das Gymnasium besucht, das er nach der elften Klasse verlassen hat. 1984 stand seine Abschlussprüfung zum Verwaltungsangestellten an – und später dann, von 1990 bis 1992, der zweiten Angestelltenlehrgang. Seither darf er sich Verwaltungsfachwirt nennen.

 Von 1981 bis 2012 war er in seiner Heimatstadt tätig, wurde 1997 Ordnungsamtsleiter der Stadt Kierspe und wechselte zum 1. Januar 2013 nach Nachrodt-Wiblingwerde. Jetzt sind viereinhalb Jahre verstrichen. Zeit, die Menschen in der Doppelgemeinde kennenzulernen.

 „Ganz besonders schön ist, dass wir den Lenne-lebt-Tag auf die Beine gestellt haben“, sagt Axel Boshamer über seine schönste Erinnerung. „Das war 2014 wirklich viel Arbeit, aber ein unbeschreibliches Erfolgsmodell für Nachrodt-Wiblingwerde. Keine Kommune hat so viel Besucher wie wir“, schwärmt der sympathische Verwaltungsfachwirt, der auch oft „Mädchen für alles“ war.

Bei der Neuauflage von Lenne-lebt am 9. Juli wird Axel Boshamer natürlich dabei sein. Aber nur als Privatperson. „Das wird bestimmt ein komisches Gefühl“, ist er sich sicher. Dass in keinem Job alles rosig ist, versteht sich von selbst.

 Die Erinnerungen, die eher mit Schwierigkeiten belegt sind, sind jene rund um den Flüchtlingsstrom. „2015 wurden die Kommunen komplett im Stich gelassen. Da sind wir hier wirklich an unsere Belastungsgrenzen gegangen. Wir hätten personell nicht mehr weitermachen können“, erzählt Axel Boshamer über die Aufgabe, Flüchtlinge aufzunehmen, unterzubringen und sich zu kümmern. Viel Dank kam zurück.

Aber es gibt auch die Situationen rund um Asylbewerber, die auch problematisch sind – wie jetzt erst am Mittwoch, als ihn ein Mann wütend im Amtshaus angreifen wollte. Schließlich wurde die Polizei gerufen. „Nichts Dramatisches“, sagt Axel Boshamer, der in seiner Amtszeit auch mehr als 30 Paare verheiratet hat. Nicht nur deshalb kennt er „Hans und Kranz“ in der Doppelgemeinde. Vor allem aber hat er sich als Ansprechpartner einen Namen gemacht, der „den Menschen gern vernünftig begegnet.“

Axel Boshamer wird am kommenden Montag (19. Juni)  während der Sitzung des Rates ab 17 Uhr in der Gaststätte Zur schönen Aussicht verabschiedet.

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