Online-Einkauf ohne Geld endet vor Gericht

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ „Halten Sie das, was Sie da anhaben, für angemessene Kleidung in einem Gerichtssaal?”, begrüßte Richter Dirk Reckschmidt am Donnerstag einen 23-jährigen Angeklagten im Amtsgericht Altena, der in kurzen Sporthosen und Muskelshirt in den Sitzungssaal schlurfte. Merklich nervös gab der Iserlohner zu: „Da habe ich gar nicht drüber nachgedacht.”

Und das, obwohl der junge Mann bereits vier Mal auf der Anklagebank eines Gerichts gesessen hatte. Neben Sachbeschädigung und Erschleichen von Leistungen, stand dabei auch ein Vorwurf wegen Diebstahls im Raum. Nun musste sich der Mann wegen Betruges verantworten. Das Urteil: 1800 Euro Geldstrafe.

Laut Anklage hatte der Iserlohner am 14. Februar vergangenen Jahres von Nachrodt-Wiblingwerde aus über das Internet Freizeitschuhe im Wert von 50 Euro bestellt, aber nicht bezahlt. An einem nicht näher bestimmbaren Tag danach bestellte er laut Anklageschrift abermals im Internet bei einem Versandhaus verschiedene Waren. Auch dieses Mal entrichtete er den Kaufpreis von immerhin 85,94 Euro nicht. In beiden Fällen verwendete der Angeklagte die Personalien seines Vaters. Zudem soll der 23-Jährige am 7. Februar 2010 auf den Namen einer nicht existenten Person einen Fernseher für 479 Euro bestellt haben. Das Geld soll der Mann auch dabei schuldig geblieben sein. „Die Sachen auf den Namen meines Vaters habe ich bestellt, das gebe ich auch zu. Der Rest stimmt nicht. Zu der Zeit war ich arbeitslos und konnte mir nicht die Dinge leisten, die ich wollte”, erklärte der Angeklagte.

Daraufhin wurde das Verfahren bezüglich der Tat vom 7. Februar im Hinblick auf die ohnehin zu erwartende Strafe eingestellt. Für den Rest gab es eine Geldstrafe in Höhe von 1800 Euro. „Es tut mir Leid. Ich gehe nächstes Jahr in die Privatinsolvenz, da kann ich mir so was gar nicht leisten”, so der 23-Jährige. Trotzdem nahm er das Urteil an. Denn Richter Dirk Reckschmidt erklärte ihm: „Sie können Ratenzahlung beantragen – oder, wenn Sie Zeit haben, die Strafe auch abarbeiten” ▪ jape

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