Förderverein öffnet die Tür zum Bürgerbad

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Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Fördervereins Gartenhallenbad am Dienstagabend dafür aus, eine gemeinnützige GmbH zu gründen, um das Schwimmbad als Bürgerbad weiterzuführen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Gemeinde, so viel steht bereits fest, wird das Gartenhallenbad am 31. März schließen. Doch vielleicht gibt es doch noch eine Zukunft für das Schwimmbad. Die Mitglieder des Fördervereins haben am Dienstagabend jedenfalls die Tür zum Bürgerbad einen Spalt breit geöffnet.

„Zukunft des Gartenhallenbades“, lautete der Tagesordnungspunkt 8 der Jahreshauptversammlung. Die Aussicht, jetzt endlich eine Entscheidung über das Schicksal der Einrichtung herbeizuführen, hatte 64 der 160 Fördervereinsmitglieder angelockt, fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Außerdem waren viele gekommen, die sich einfach nur dafür interessierten, wie es weitergehen soll mit dem Schwimmbad, das die finanziell angeschlagene Gemeinde Jahr für Jahr mit mehr als 300 000 Euro bezuschussen und deshalb abstoßen muss. Eine große Arbeitsgruppe innerhalb des Fördervereins hatte sich in den vergangenen Monaten schon mit möglichen Modellen zur Schaffung eines Bürgerbades befasst, eines Schwimmbades also, das von weitgehend ehrenamtlich tätigen Bürgern geführt wird.

Der Fördervereinsvorsitzende Hans Wehr und seine Mitstreiter stellten den Mitgliedern vor, wie ein solches Bürgerbad geführt werden könnte. Sie berichteten von notwendigen Umbaumaßnahmen, um das Bad, das im vergangenen Jahr von knapp 33 000 Besuchern genutzt wurde, wirtschaftlicher führen zu können. So soll beispielsweise ein automatisches Kassensystem für Personaleinsparung sorgen, Sauna und ein kleiner Imbissraum sollen für mehr Attraktivität sorgen. Auch von der Möglichkeit, die benötigte Energie zumindest nicht teurer einzukaufen als bisher, war die Rede. „Wir können den Zuschussbedarf auf deutlich unter 50 Prozent drücken, aber auch wir können keine Wunder schaffen“, stellte Wehr fest. Konkret bedeutet das, dass eine neue Betreibergesellschaft im ersten Betriebsjahr durch notwendige Investitionen (61 000 Euro), das Startkapital für die GmbH (25 000 Euro) und einen Betriebskostenzuschuss (90 000 Euro) auf finanzielle Unterstützung in der Größenordnung von 176 000 Euro angewiesen wäre. In den Folgejahren würde diese Summe schnell bis auf 72 000 Euro sinken.

Dieses Geld erhofft sich der Förderverein nun von der Gemeinde. Ein Wunsch, dessen Erfüllung nicht ganz utopisch sein muss, wie Hans Wehr ausführte. Denn immerhin müsse die Gemeinde bei einer endgültigen Schließung des Bades Landeszuschüsse in Höhe von 153 000 Euro zurückzahlen, hinzu kämen die Aufwendungen für das Leerstandsmanagement, die Wehr mit 15 000 Euro pro Jahr bezifferte. Für die Gemeinde ergäbe sich also zumindest im ersten Jahr kaum eine zusätzliche Belastung.

Ob die Rechnung des Fördervereins aufgeht, wird sich allerdings erst am 18. März zeigen. Dann soll der Gemeinderat darüber entscheiden, ob er die neue Betreibergesellschaft mit den entsprechenden Mitteln unterstützt. Wie diese Entscheidung auch ausfällt, der Förderverein hat am Dienstagabend einstimmig bereits die Weichen für beide Richtungen gestellt: Lehnt der Rat ab, soll der Förderverein in einer außerordentliche Mitgliederversammlung am 16. April aufgelöst werden, das Gartenhallenbad wäre wohl endgültig Geschichte. Stimmt der Rat jedoch zu, soll der Vorstand des Fördervereins bis zum 16. April die Gründung einer gemeinnützigen GmbH in die Wege leiten und einen Betreibervertrag ausarbeiten; außerdem würde der Förderverein das Bad so lange „über Wasser halten“, bis die neue Betreibergesellschaft arbeitsfähig ist.

Damit liegt es jetzt am Rat, die Tür zum Bürgerbad vollends offen zu stoßen. Die Mitglieder des Fördervereins, das war am Dienstag durchaus zu spüren, würden hindurchgehen. ▪ Volker Griese

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