Obergraben vor Walzwerken wird saniert

Sechs Meter lange Spundbohlen werden verarbeitet.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Nur einen Steinwurf von der nächsten Industriehalle entfernt liegt ein idyllisches Gewässer, das sich am bewaldeten Bergsaum und einer großen Wiese entlang zieht, um dann sozusagen im weitläufigen Hallenkomplex der Walzwerke zu verschwinden. Das Gewässer ist menschengemacht - es ist ein Obergraben, die Walzwerke besitzen dort ein Kleinkraftwerk, sie nutzen Wasser unter anderem für Strom.

Regelmäßig muss der künstliche Graben natürlich überprüft und ausgebessert werden. In diesen Tagen ist es wieder soweit. Ein Trupp der Firma S. Müller - ein Bagger und ein halbes Dutzend Arbeiter - sanieren ein ganzes Stück des Grabens. Am Einlauf vor dem Kraftwerk werden die Seitenwände stabilisiert und abgedichtet. Ein Bagger, bestückt mit einer Ramme, versenkt sechs Meter lange Spundbohlen an den Grabenrändern. Zwischen Außenwand und Bohlen wird dabei ein wenig Luft gelassen. Der Zwischenraum wird mit Beton verfüllt. Auch lenneaufwärts werden noch Spundbohlen gesetzt, dafür aber nicht ganz so tief versenkt. Damit der Bagger und die Mannschaft überhaupt arbeiten können, wurde an einem Abschnitt des Grabens ein Damm gebaut, dahinter wurde das Wasser abgelassen. Damit der vorübergehend installierte Damm hält und sich das Wasser im Graben nicht zu hoch aufstaut, wurde ein so genannter Abschlag lenneaufwärts offen gemacht. Dort rauscht das Grabenwasser in die Lenne.

Vorbildlich: Etliche Kubikmeter Fische, welche sich nach dem Ablassen hinter dem Damm in Pfützen und Kolken sammelten, wurden von Müllers Männern dabei mit Eimern gerettet und in die Lenne entlassen. Darunter sei nicht nur Kleinzeug sondern auch der eine oder andere kapitale Fisch gewesen. Müller berichtet gar von 60 Zentimeter langen Aalen. Die schwimmen nun in der Lenne.

Einige Zeit werden die Bauarbeiter von Müller noch zu tun haben - dann wird der Staudamm entfernt, das Obergraben kann wieder vollständig befüllt werden. Dann haben nicht nur die Fische wieder Ruhe. Die Angler, welche den Obergraben und die Lenne bewirtschaften, kommen gut mit den Walzwerken aus. Ein Lob gab es noch auf einer der jüngsten Versammlungen. ▪ vdB

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