Sekundarschule: Inklusion kommt wohl erst später

Behinderte und nichtbehinderte Schüler in einem Klassenzimmer: Auch an der Sekundarschule soll das demnächst möglich sein.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Die Sekundarschule wird frühestens ab Beginn des Schuljahres 2014/15 verpflichtet sein, auch Schüler mit Behinderung aufzunehmen. Diese Auffassung vertritt Bürgermeisterin Birgit Tupat in einem Papier für die Sitzung des Schulausschusses am nächsten Dienstag.

Noch im Dezember hatte es so ausgesehen, als müsste die Sekundarschule schon in diesem Sommer die UN-Konvention erfüllen, nach der behinderte Schüler ein Anrecht darauf haben, in einer Regelschule unterrichtet zu werden. Die Bezirksregierung hatte um Zustimmung zur Einrichtung einer so genannten integrativen Lerngruppe gebeten. Doch die Umsetzung dieser auch Inklusion genannten Maßnahme verzögert sich. „Derzeit ist noch nicht erkennbar, wann die zurzeit noch völlig unklare rechtliche Neuregelung ausgestaltet sein wird“, heißt es in den Unterlagen für den Schulausschuss. Tatsächlich tut sich NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (B 90/Die Grünen) schwer mit einem Gesetzentwurf, will es Befürwortern wie Gegnern der Inklusion gleichzeitig recht machen. Allgemein wird damit gerechnet, dass die Inklusion erst ab 2014/15 eingeführt wird.

Für die Sekundarschule bedeutet das, dass zumindest Zeit gewonnen wird. Und die wird nach Auffassung der Gemeindeverwaltung auch benötigt, um eine integrative Lerngruppe aufzubauen beziehungsweise behinderte Kinder am Unterricht teilnehmen zu lassen. Für das Schuljahr 2013/14 jedenfalls komme das zu früh, weil erneut viele Fünftklässler aufzunehmen seien, heißt es. Auch weil das Schulgebäude im Holensiepen derzeit noch gleichzeitig von der Hauptschule genutzt werde, stünden zu wenig Räume zur Verfügung. Das erschwere auch die für die Sekundarschule erforderlichen Differenzierungsmöglichkeiten. Obendrein mangele es derzeit noch an den aus pädagogischer Sicht gewünschten Förderungsmöglichkeiten für die behinderten Mitschüler. Und auch auf die zusätzlichen finanziellen Belastungen weist die Verwaltung hin: Weder Nachrodt-Wiblingwerde noch Altena, die die Sekundarschule gemeinsam tragen, seien als Stärkungspaktkommunen in der Lage, die dauerhaften Mehraufwendungen zu tragen, wird argumentiert.

Der Schulausschuss der Gemeinde wird sich in seiner Sitzung am Dienstag, 22. Januar, ab 17 Uhr in der Grundschule Wiblingwerde noch einmal mit dem Thema befassen. Eine Beschlussfassung ist allerdings nicht vorgesehen. ▪ Volker Griese

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