Brücken-Kita in Nachrodt

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Freuen sich auf den neuen Brückenkindergarten: die Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde Sabrina Lippert, Awo-Betriebsleiterin Susanne Jakoby, Koordinatorin Miriam Remmert und Betreuerin Christiane Bätge (von links).

Nachrodt-Wiblingwerde -  Play, learn, grow together: Am Montag, 20. August, startet die Brückenkita in den Räumen der Hagener Straße 96. Und: Der Besucher staunt nicht schlecht, was aus dem etwas tristen Raum im Erdgeschoss geworden ist.

Ein Puppenwagen, eine kleine Küche, ein Kinderbügelbrett, Kuscheltiere, Mal-Utensilien, Spieltische und Spielteppiche und auch eine Wickelkommode warten auf die Eroberung der Kinder. „Ich würde mir noch andere Gardinen wünschen, aber es ist wirklich schön geworden“, sagt Susanne Jakoby, Betriebsleiterin der Arbeiterwohlfahrt für Bildung, Beruf und Integration im Unterbezirk Hagen, Märkischer Kreis.

Die neue Brückenkita unter der Federführung der Awo schlägt eine Brücke zwischen dem Ankommen in Deutschland und dem Besuch des Kindergartens. Die Brückenkita ist also für die ganz Kleinen und für die Mädchen und Jungen, die noch keinen Kindergartenplatz bekommen haben. Acht Mädchen und Jungen von Flüchtlingsfamilien aus dem Iran, Irak, aus Afghanistan, Syrien und Ghana stehen auf der Liste von Sabrina Lippert, Flüchtlingsbetreuerin der Gemeinde. Die Kinder sind zwischen einem Jahr und zweieinhalb Jahren. Die Mamas sind eingeladen, dabei zu sein. Eine Verpflichtung besteht aber nicht.

 „Ich habe die Familien angeschrieben, zum Teil auch persönlich getroffen. In den meisten Familien gibt es auch einen, der Deutsch spricht“, sagt Sabrina Lippert und ist guter Dinge, dass das neue Angebot sehr gern angenommen wird. Die Betreuung ist montags bis donnerstags, jeweils von 9 bis 11 Uhr.

Koordiniert wird die Brückenkita von Miriam Remmert, Standortleitung für den nördlichen Märkischen Kreis im Bereich Migration bei der Awo. Vor Ort werden als Betreuerinnen Christiane Bätge und Martina Luther sein.

 „Es ist ein Angebot, das die Träger über die Kommunen beim Land beantragen können“, erklärt Susanne Jakoby. Die Awo erstellte das Konzept und führt es nun im Auftrag des Jugendamtes durch. Es ist ein „niedrigschwelliges Betreuungsangebot für Flüchtlingskinder“, wie es ganz offiziell heißt. Die Awo bietet dies auch in Menden an. Auch Kinder aus Letmathe und Altena haben die Möglichkeit, die Nachrodter Brückenkita zu besuchen.

 Jetzt aber erst einmal der Start. Maximal zehn Kinder können aufgenommen werden. Die Spielsachen sind zum großen Teil Spenden aus der Awo-Kita. „Die haben sich neu eingerichtet und ich habe ganz schnell laut hier geschrien“, schmunzelt Sabrina Lippert.

Übrigens: Dass das Angebot nicht bei der Awo-Kita an der Geschwister-Scholl-Straße angesiedelt ist, liegt an der Kapazitäten-Grenze. „Sie haben zusätzliche Kinder, eine zusätzliche Gruppe und sind mit dem, was sie tun, genug beschäftigt“, sagt Susanne Jakoby. Für die Brückenkita gibt es kein festgezurrtes Programm. Kinder und Eltern sollen sich gleichermaßen wohlfühlen.

 „Wir haben die Erfahrung in Sprachkursen oder anderen Betreuungsangeboten gemacht, dass auch andere Fragen oder Probleme dann gern vor Ort besprochen werden. Dann werden die Betreuerinnen auch zu Ansprechpartnerinnen“, erzählt Miriam Remmert. Das ergibt sich aus dem Kontakt und den Beziehungen. Ein Laptop und ein Drucker, angeschafft von der Gemeinde aus den „Komm an-Mitteln“ , dürfen dann auch gern von den Familien genutzt werden. Auch die Wickelkommode, die Malsachen und die Spielteppiche sind ebenfalls aus „Komm an-Mitteln“ – einem Programm des Landes NRW zur Förderung der Integration von Flüchtlingen in den Kommunen.

Die Brückenkita ist eine willkommene Gruppe, die auf Regelmäßigkeit setzt. Und Susanne Jakoby denkt weiter: Vielleicht könne auch mit anderen Mitteln ein Sprachkurs „angedockt“ werden – für die Mütter, die sehr oft „hinten runter fallen“, sehr oft ans Haus gebunden sind.

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