Rauchfreie Gaststätten und Vereinsheime ab 1. Mai

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Die rauchende Zigarette wird ab 1. Mai in der Öffentlichkeit seltener zu sehen sein. Gastronomen, aber auch Vereine müssen in ihren Räumen dann für die Einhaltung des Nichtraucherschutzgesetzes sorgen.

NACHRODT-WIBLINGWERDE ▪ Ab 1. Mai ist Schluss mit der Qualmerei. Dann darf in öffentlichen Gebäuden, Gaststätten, Sportstätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen nicht mehr geraucht werden. Ausnahmen sind allerdings möglich.

Die Betreiber von Gaststätten in Nachrodt-Wiblingwerde haben bereits Ende Februar Post von der Gemeinde bekommen. In dem Schreiben hat der zuständige Fachbereichsleiter Axel Boshamer sie auf das Inkrafttreten des neuen Nichtraucherschutzgesetzes am 1. Mai hingewiesen und dargelegt, was sie zu beachten haben. Zum Beispiel, dass sie selbst für die Einhaltung des Rauchverbots in ihrer Gaststätte zu sorgen haben. Rückmeldungen von den Gastronomen seien bisher nicht gekommen, sagte Boshamer gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Der 49-Jährige ist zwar selbst Nichtraucher, findet es aber trotzdem „schade für die Eckkneipen, weil dann das Kneipenflair verloren geht“, wie er sagt. Dennoch glaubt er nicht, dass durch das Nichtraucherschutzgesetz nun das Kneipensterben einsetzen wird. „Die Italiener und Spanier haben uns doch vorgemacht, dass es geht. Sicherlich muss sich das alles erst noch finden, aber hinterher redet niemand mehr darüber“, ist er überzeugt, dass der rauchfreien Gastronomie die Zukunft gehört.

Link-Tipp:

Hier gibt es Informationen des NRW-Gesundheitsministeriums zum Nichtraucherschutz und das Gesetz im Wortlaut.

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Allerdings kann es auch in Zukunft Ausnahmen vom Rauchverbot geben, auch in Gaststätten. „Bei privaten Feiern, zu denen nur ein genau definierter Personenkreis Zutritt hat, kann das Rauchen erlaubt werden. Allerdings muss das dann für die gesamte Gaststätte gelten, nicht nur für einzelne Räume“, erläutert Boshamer. Im Klartext: Soll bei einer Familienfeier in einer Gaststätte geraucht werden, muss der Gastgeber gleich das ganze Lokal anmieten.

Andere Ausnahmen kann die Gemeinde, die für die Umsetzung des Gesetzes zuständig ist, zum Beispiel auf einem Schulgelände zulassen. Dort gilt nämlich grundsätzlich das Rauchverbot sogar unter freiem Himmel, also auf dem Schulhof. Bei Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt auf dem Gelände der Albert-Schweitzer-Hauptschule oder dem Mai-Ansingen des Heimat- und Verkehrsvereins auf dem Schulhof der Wiblingwerder Grundschule wäre das aber schwer vermittelbar. Für solche Fälle stellte Boshamer bereits Ausnahmegenehmigungen in Aussicht. Eine Ausnahme kann auch für Zeltfeste gelten: „Wenn eine Zeltwand dauerhaft offen ist, darf geraucht werden“, erläutert Boshamer einen geschlossenen Kompromiss.

In den Geltungsbereich des Gesetzes fallen dagegen sämtliche Vereinsheime, also beispielsweise der Schießstand des SC Nachrodt-Wiblingwerde oder das Vereinsheim des TV Wiblingwerde. Über den Gemeindesportverband hat die Gemeinde die Sportvereine gestern darüber informiert, dass in diesen Räumen ab 1. Mai nicht mehr geraucht werden darf, wenn sie öffentlich zugänglich sind. ▪ Volker Griese

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