1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Nachrodt-Wiblingwerde

Nicht wirtschaftlich? Hitzige Debatte um Gemeindebücherei

Erstellt:

Von: Susanne Fischer-Bolz

Kommentare

Der fraktionslose Ratsherr Aykut Aggül (links) und Sonja Hammerschmidt (3.v.l.) sprangen für die Bücherei während der Ratssitzung in die Bresche.
Der fraktionslose Ratsherr Aykut Aggül (links) und Sonja Hammerschmidt (3.v.l.) sprangen für die Bücherei während der Ratssitzung in die Bresche. © Fischer-Bolz, Susanne

In der Hitze des Gefechtes nur der sich hält, der den kühlen Kopf behält – doch dass es auf jeden Fall ein Hauen und Stechen um die Gemeindebücherei geben wird, wurde während der Sitzung des Rates deutlich.

Nachrodt-Wiblingwerde – Obwohl es noch Jahre dauern wird, bis OGS, Jugendzentrum und Bücherei gemeinsam in einem Gebäude neben der Grundschule untergebracht werden (könnten), und selbst das nicht einmal feststeht, wird heute schon „das Fell verteilt“. Es war der fraktionslose Ratsherr Matthias Lohmann, der die Diskussion erneut anfachte. Dass es 2021 nur 518 Besucher in der Bücherei gab und in diesem Jahr bis heute 595, nahm er zum Anlass, über die Verhältnismäßigkeit sprechen zu wollen. Kosten und Nutzen sozusagen. „Es geht nicht darum, die Kultur des Lesens infrage zu stellen“, so Matthias Lohmann, aber man müsse mit „wachem und leider auch mit rechnerischem Auge“ draufschauen. Während Ronny Sachse (SPD) durchaus Möglichkeiten sieht, am Konzept zu arbeiten und davor warnte, nur die betriebswirtschaftliche Sicht in den Vordergrund zu stellen, „es ist auch ein Stück Tradition“, gab Michael Schlieck (CDU) grundsätzlich Matthias Lohmann recht. „Man hält uns ja für verrückt, wenn wir eine Frau dort hinsetzen und es kommen am Tag nur drei Leute.“

„Es geht nicht darum, die Kultur des Lesens infrage zu stellen“, so Matthias Lohmann (rechts), der die Debatte entfachte.
bücherei-online1.jpg © Fischer-Bolz, Susanne

Aykut Aggül (fraktionslos) und Sonja Hammerschmidt (UWG) sprangen für die Bücherei in die Bresche. „Die Vernichtung der Bücherei zu diskutieren, ist fatal“, so Aykut Aggül. Bekloppt würden die Bürger eher den Rat finden, der für 1,1 Millionen die Umkleide unter der Turnhalle saniert mit der Unterbringung des Schießclubs für 18 Mitglieder. „Dann sind die 600 Personen, die die Bücherei nutzen, noch wertvoller“, so Aykut Aggül. Zum Teil würden auch viele Senioren in die Bücherei kommen, „die nicht mehr nach Altena können.“ Offenbar wissen einige Ratsmitglieder nicht, „was die Bücherei anbietet, nämlich sehr wohl auch die digitalen Medien“, so Sonja Hammerschmidt. Online-Ausleihen seien selbstverständlich, „die Bücherei ist zukunftsorientiert aufgestellt und ich kann jedem nur raten, da mal hinzugehen.“ Christian Pohlmann (SPD) findet es schade, über die Bücherei zu diskutieren, denn der Antrag der Sozialdemokraten, sie mit OGS und Jugendzentrum unterzubringen, „vermittelt ja das Gegenteil“.

Auch interessant

Kommentare